Serie Schlagwort Brot - wissenschaft.de
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Serie

Schlagwort Brot

Vergeude kein Brot, Großbritannien 1917.

Das Museum der Brotkultur verfügt über eine umfangreiche Sammlung politischer Plakate vor allem aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg bis in die 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, die nun erstmals im Rahmen einer Sonderausstellung im Haus gezeigt wird. Die Plakate aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, aber auch aus Großbritannien, Frankreich oder Russland belegen besonders eindrucksvoll die Zusammenhänge zwischen Brot und Politik in Kriegs- und Krisenzeiten.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich das großformatige, zunehmend farbige Plakat zu einem der ersten Massenmedien. Technische Neuerungen, aber auch gesellschaftliche Veränderungen machten diese Entwicklung möglich. Brot – direkt oder in direkt als Wort oder Bild auf den ausgestellten Plakaten zu finden – war ein wichtiger Begriff in der politischen Auseinandersetzung. Als Synonym für das Leben, steht das Wort für individuelles und gesellschaftliches Wohlergehen oder warnt vor Mangel und Not. Denn auch dies bringen die Plakate zum Ausdruck: Hunger als Folge zweier Weltkriege und wirtschaftlicher Krisen war eine ständig gegenwärtige Bedrohung.

Die Plakate der Weimarer Republik spiegeln die extreme Labilität der damaligen Verhältnisse. Putsche von rechts und links, Reparationsforderungen, die Hyperinflation von 1923 hatten jeweils unmittelbar schwere wirtschaftliche Folgen für den Einzelnen. Weltwirtschaftskrise und Massenarbeitslosigkeit führten ab 1930 zu einer Radikalisierung der Lager und zur Schwächung des Parlaments. Die Forderung nach der Sicherung des täglichen Brotes wurde von Parteien quer durch das politische Spektrum erhoben.

Im Dritten Reich traten auf Plakaten vor allem zwei Aspekte des Brotes besonders hervor. Einerseits diente die Forderung nach neuen Territorien im Osten, um die Versorgung des Volkes zu sichern, als Rechtfertigung für den Eroberungskrieg. Andererseits wurde gezielt an die Sparsamkeit und Opferbereitschaft der Bevölkerung appelliert, um die ausreichende Ernährung während des Krieges zu erreichen.

Die Blockadepolitik der Alliierten im ersten Weltkrieg und die Folgen des zweiten Weltkriegs werden auch auf Plakaten aus Russland, der Schweiz, Österreich, Frankreich und der Ukraine thematisiert.

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In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts war die große Zeit des Plakates vorüber. Nach der Bewältigung der unmittelbaren Kriegsfolgen, im Westen vor allem mit Hilfe des amerikanischen „Marshallplanes“, tritt auch das Thema Brot in den politischen Plakaten zurück. Neu hingegen sind karitative Plakate mit Hilfsaufrufen zur Bekämpfung der Armut in anderen Weltgegenden von Nichtregierungsorganisationen, wie „Brot für die Welt“ der evangelischen Kirche oder „Misereor“ von der katholischen Kirche.

Bild Startseite/Bilderwechsler: Tod oder Brot. Plakat der SPD zur Reichstagswahl, 1928

Quelle: Museum der Brotkultur
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Trompe–l’Œil  〈[trloei] n. 15 od. m. 6; Mal.〉 naturgetreue Wiedergabe eines Objektes mithilfe perspektivischer Mittel in einer Weise, dass zw. Wirklichkeit u. gemaltem Objekt nicht mehr unterschieden werden kann [frz., ”Augentäuschung“]

sor|do  〈Mus.〉 dumpf, gedämpft [ital.]

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