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Geschichte+Archäologie

Schon vor 23.000 Jahren verarbeiteten Menschen Getreide

Amerikanische Forscher haben die bislang ältesten Hinweise auf die Verarbeitung von Getreide gefunden: Bereits vor etwa 23.000 Jahren haben Menschen demnach gezielt wilde Gerste mit Mühlsteinen aufbereitet und damit einen entscheidenden Schritt in der Kulturentwicklung gemacht. Darauf deutet ein in Israel entdeckter Mahlstein hin, berichten Dolores Piperno vom Smithsonian Tropical Research Institute in Falls Church und ihre Kollegen in der Fachzeitschrift Nature (Bd. 430, S. 670).

Die Wissenschaftler analysierten Stärkekörner, die gemeinsam mit dem Mühlstein erhalten geblieben sind. Diese Körner unterscheiden sich in Form, Größe und anderen Merkmalen voneinander und lassen sich daher jeweils einer bestimmten Pflanzenart zuordnen. Piperno und ihr Team verglichen die mikroskopisch kleinen Überreste mit den Stärkekörnern anderer Pflanzen und entdeckten, dass die 23.000 Jahre alten Körner von wilder Gerste, möglicherweise auch von wildem Weizen stammten. Für die Verarbeitung anderer Pflanzenteile wie Wurzeln oder Knollen fanden sie dagegen keine Hinweise.

Die Forscher machten zudem eine einem Ofen ähnliche Feuerstelle aus. Daher vermuten sie, dass die Menschen das Getreide damals zu Teig weiterverarbeiteten und eine Art Brot daraus buken.

Der Ackerbau entwickelte sich stufenweise über einen sehr langen Zeitraum, schätzen Wissenschaftler. Regelmäßiger Getreideanbau kultivierter Pflanzen begann vor etwa 10.000 Jahren im Mittleren Osten. Von den damals domestizierten Pflanzen stammen auch heutige Weizen- und Gerstearten ab. Mit dem Fund des israelischen Mahlsteins konnten Piperno und ihre Kollegen nachweisen, dass wilde Getreidearten aber schon mindestens 12.000 Jahre früher aufbereitet wurden.

Mahlsteine wie der in Israel gefundene wurden schon an vielen Orten ausgegraben. Bisher fehlten aber eindeutige Hinweise darauf, dass mit den Steinen tatsächlich Getreide oder andere Pflanzenteile verarbeitet wurden.

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ddp/bdw ? Cornelia Dick-Pfaff
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