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Geschichte|Archäologie

Schweizer Universalgenie gefeiert

Die Giraffe und ein paar andere Tiere aus Gessners "Historia animalium" fanden den Weg bis nach China, wo sie 1725 in einer Enzyklopädie erschienen. (Zentralbibliothek Zürich, Graphische Sammlung)

Scheinwerferlicht an, für eine faszinierende Persönlichkeit: Zum 500. Geburtsjubiläum von Conrad Gessner finden in Zürich unterschiedliche Ausstellungen und Veranstaltungen statt, die den Schweizer Universalgelehrten feiern. Sie geben spannende Einblicke in die Persönlichkeit und das Werk des vielseitigen Naturforschers, Sprachwissenschaftlers und engagierten Arztes. Besonders berühmt hat Gessner das gleichsam erste umfassende Tierlexikon gemacht, für das er über 1000 Wesen zeichnete und beschrieb. Darunter interessanterweise auch das Einhorn, von dem er damals annahm, dass es wirklich existierte.

Am 16. März 1516 erblickte Gessner in Zürich das Licht der Welt. Schon früh entwickelte der Sohn eines Kürschners Neugierde und Faszination für das Leben und die Wissenschaft. Er studierte Medizin, wurde ab 1537 Professor für griechische Sprache in Lausanne und ab 1541 Professor der Physik. 1554 übernahm er dann schließlich das Amt als Oberstadtarzt in Zürich, das er bis zu seinem Tod im Jahr 1565 ausübte.

Neben seiner Arbeit als Arzt in Zürich beschäftigte sich Gessner intensiv mit Naturwissenschaften. Er gründete dort den ersten botanischen Garten sowie eine Naturaliensammlung und avancierte schließlich zu einem berühmten Gelehrten. Er gilt heute als einer der Begründer der modernen beschreibenden Zoologie, da er seine eigenen Naturbeobachtungen höher gewichtete als Überlieferungen. Dies spiegelt sich in seinem berühmtesten Werk „Historia animalium“ wider. Er trug darin das damalige Wissen nicht nur zusammen sondern sichtete es neu. Sein großes zeichnerisches Talent kam ihm dabei zugute.

Ein Begründer der modernen Zoologie

Er porträtierte die Tiere in dieser Enzyklopädie anhand ihrer unterschiedlichen Aspekte: Neben Lebensraum, Lebensweise und Körpereigenschaften beschrieb er auch charakterliche Merkmale, und Nutzungsmöglichkeiten. Als Universalgelehrter erläuterte Gessner zudem die Tierdeutungen in Literatur und Kunst. Sein Motto: „Man sammle in Wort und Bild das ganze überlieferte und zeitgenössische Tierwissen. Man beobachte, seziere, beschreibe und illustriere auch selber. Mit den eigenen Erkenntnissen hinterfrage und kommentiere man das antike und neue Tierwissen. Nun mische man die inzwischen enorm gewordene Wissensmenge kräftig, zerlege sie in Stücke und ordne sie neu.“

An Gessners Werk zeigt sich allerdings auch, dass er am Anfang der eigenständigen neuzeitlicher Tierbeobachtung stand: Er thematisiert auch Fabelwesen in seinem Werk, deren Existenz er in den meisten Fällen zwar anzweifelt – interessanterweise gilt das aber nicht im Fall des Einhorns. Dieses Wesen aus Fabeln und Geschichten hielt er für real. Offenbar gab es dafür allerdings scheinbare Indizien: Erst Jahrzehnte später wurde klar, dass das angebliche Horn des Einhorns der Zahn des Narwals ist.

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Zum Jubiläum des großen Sohnes der Stadt, werden in Zürich in diesem Jahr nun Sonderausstellungen präsentiert und es sind Veranstaltungen geplant. Das Landesmuseum Zürich zeigt beispielsweise private Dokumente und persönliche Objekte aus dem Nachlass Gessners und das Zoologische Museum der Universität Zürich widmet Conrad Gessners berühmter Tier-Enzyklopädie eine Sonderausstellung. Über die Ausstellungen und Veranstaltungen zum Gessner-Jahr informiert eine eigens eingerichtete Website: www.gessner500.ch

Quelle: Universität Zürich
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