Spektakulärer Grabschatz entdeckt - wissenschaft.de
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Geschichte+Archäologie

Spektakulärer Grabschatz entdeckt

Ein goldener Ring mit einer typisch minoischen Szene: Der Sprung über einen Stier. (Jennifer Stephens)

Schmuck, prunkvolle Waffen und viele weitere Schätze: US-Archäologen haben auf der griechischen Halbinsel Peloponnes ein etwa 3500 Jahre altes Kriegergrab entdeckt, das mit prächtigen Grabbeigaben im minoischen Stil ausgestattet war. Der Schatz gehört zu den herausragendsten Entdeckungen in Griechenland seit 65 Jahre, sagen Experten.

Das Archäologenteam unter der Leitung der University of Cincinnati stieß auf das Grab im Rahmen von Untersuchungen im Umfeld des sogenannten Palastes des Nestor. Es handelt sich dabei um die Überreste eines großen mykenischen Verwaltungszentrums nahe der heutigen Stadt Pylos, das wahrscheinlich zwischen 1300 und 1200 v. Chr. erbaut wurde. Er wird mit dem legendären König Nestor in Zusammenhang gebracht, der am Trojanischen Kriege teilgenommen haben soll.

„Bei der Entdeckung handelt es sich aber nicht um das Grab Nestors noch seines Vaters Neleus“, betont Grabungsleiterin Sharon Stocker. Es ist die Ruhestätte eines offenbar bedeutenden Kriegers, der 200 bis 300 Jahre früher gelebt hat, sagen die Archäologen. „Das heißt, er war wahrscheinlich eine wichtige Figur aus der Zeit, als dieser Teil Griechenlands vom engen Kontakt mit den Minoern Kretas geprägt wurde – Europas erster Hochkultur“, sagt Stocker.

Pracht im minoischen Stil

Von dieser Verbindung zeugt die Pracht der reichen Grabbeigaben: Sie sind eindeutig im minoischen Stil gearbeitet. Zur Linken des zu seinem Tode etwa 30 bis 35 Jahre alten Mannes fanden die Archäologen aufwendig verzierte Waffen aus kostbaren Materialien und zu seiner Rechten viele weitere erlesene Kostbarkeiten. Darunter goldene Becher, Elfenbein-Kämme, ein Bronzespiegel, Siegelsteine und Ketten. Viele der Artefakte sind mit floralen Mustern aber auch mit Götterfiguren und Tiergestalten im minoischen Stil verziert.

„Wer auch immer der Mann war, ihn schien sein Handel mit oder seine militärischen Aktionen in Kreata ausgezeichnet zu haben sowie seine Vorliebe für die hochentwickelte minoische Kunst, mit der er bestattet wurde“, sagt Jack Davis, einer der beteiligten Archäologen von der University of Cincinnati. Die Funde bleiben nun auch weiterhin im Fokus der Archäologen: Neben weiteren Ausgrabungen sollen genaue Untersuchungen des Skelettes weitere Informationen über den Toten liefern. Darüber hinaus werden die Wissenschaftler die Grabbeigaben erneut genau unter die Lupe nehmen, um ihnen mögliche Geheimnisse zu entlocken.

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Dieses Video zeigt die begeisterte Archäologin Sharon Stocker und gibt einen Eindruck vom Fundort. (Robert McCabe / University of Cincinnati)

Quelle: University of Cincinnati
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