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Lagune von Venedig

Spuren römischer Austernzucht

Vor rund 2000 Jahren lagerten hier offenbar begehrte Delikatessen. © Università Ca' Foscari Venezia

Beckenstrukturen mit Austernschalen sowie Spuren von Mosaiken und Fresken: Unterwasserarchäologen berichten über Funde in der Lagune von Venedig, bei denen es sich wahrscheinlich um die Überreste einer römischen Villa mit Anlagen für die Aquakultur handelt. Die Befunde passen dabei zu historischen Überlieferungen über die Austernzucht in der Antike, sagen die Experten.

Das heutige Venedig besaß eine Vorgängerstadt in der Römerzeit: Nördlich des Flughafens schlummern die Überreste der einstigen Hafenstadt Altinum im Boden, die ihre Blütezeit im 1. und 2. Jahrhundert n. Chr. erlebte. Bereits seit einiger Zeit führen Archäologen der Universität Padua und der Universität Venedig auf dem einstigen Stadtgebiet sowie in der umliegenden Lagunenlandschaft Untersuchungen durch. Im vergangenen Jahr stießen sie dabei beim Ort Lio Piccolo in der Gemeinde Cavallino-Treporti auf Mauerwerke und Pfähle im Wasser der Lagune. Nun berichten sie über die Ergebnisse einer zweiten unterwasserarchäologischen Untersuchungskampagne am Fundort.

Wie die Universität Venedig berichtet, stießen die Taucher in Lio Piccolo auf Spuren einer offenbar elegant gestalteten Anlage: Neben den Resten der Baustrukturen fanden sie Bruchstücke von Mosaiken und Fresken. Radiokarbondatierungen legen nahe, dass die Anlage aus dem 1. und 2. Jahrhundert n. Chr. stammt. Bei dem interessantesten Fund handelt es sich um die Überreste eines rechteckigen Beckens, auf dessen Boden die Archäologen gut erhaltene Austernschalen entdeckten.

Villa mit Aquakultur-Anlage

Wie das Team berichtet, sprechen auch Hinweise auf wasserbauliche Strukturelemente dafür, dass es sich um eine Anlage zur Aquakultur gehandelt hat. Offenbar wurden hier Austern gezüchtet beziehungsweise für den späteren Verzehr lebendig gelagert. Vor dem Hintergrund historischer Überlieferungen erscheint das auch plausibel, erklärt Carlo Beltrame von der Universität Venedig: „Es ist bekannt, dass in der römischen Welt Austern vor allem in Gallien und auf der italienischen Halbinsel hoch geschätzt und auch gezüchtet wurden“, erklärt Carlo Beltrame von der Universität Venedig. So berichtet etwa Cicero über die von dem antiken Kaufmann Sergius Orata in der Region von Neapel gezüchteten Austern.

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Andere antike Autoren erwähnen Beltrame zufolge auch die Austern aus dem Norden des Adriatischen Meeres. Altinum wird zwar nicht direkt genannt – dort wurden aber bei verschiedenen Ausgrabungen in der römischen Stadt Austernschalen gefunden. Dazu passen somit die Funde in Lio Piccolo. „Es handelte sich um einen Ort, der in der Römerzeit in Küstennähe gelegen haben muss und somit ideale Bedingungen für das Wachstum von Austern bot“, so Beltrame.

Auf der Grundlage der Befunde vermuten die Experten deshalb nun, dass in Lio Piccolo in der römischen Kaiserzeit eine maritime Villa gestanden hat, die auch über Einrichtungen verfügte, um Meeresfrüchte frisch auf den Tisch zu bringen.

Quelle: UniversitàCa‘ FoscariVenezia

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