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Teenager: Multitasking klappt noch nicht

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Multitasking fällt Jugendlichen schwerer (Foto: jayfish/ istock)
Nur mal grad die Mails checken… Gerade bei Jugendlichen ist das digitale Multitasking fast schon die Regel: Während sie sich unterhalten oder sonstigen Gruppenaktivitäten nachgehen, tauschen sie gleichzeitig per Smartphone Nachrichten aus. Aber wie gut beherrschen sie dieses Multitasking? Britische Forscher haben dies in einem Experiment getestet. Ihr Ergebnis: Jugendliche können diese Doppelbelastung schlechter bewältigen als Erwachsene. Wenn soziale und nichtsoziale Informationen gleichzeitig verarbeitet werden müssen, ist ihr Arbeitsgedächtnis schnell überfordert.

Ein gewisses Maß an Multitasking spielt in unserem Alltag immer mit: Während wir uns unterhalten, nehmen wir unbewusst wahr, wenn ein Auto hupt oder die Sonne hinter den Wolken hervorkommt.  Dank Smartphone und Co häufen sich zudem Unterbrechungen und Ablenkungen: Noch während uns jemand etwas erklärt, piept es und wir bekommen eine SMS. Oder, besonders bei Jugendlichen beliebt: Man unterhält sich in der Gruppe und bespricht, was man als nächstes macht, und parallel werden per Handy Fotos gemacht, Posts kommentiert oder Mitteilungen verschickt. Aber wie gut beherrschen wir dieses Multitasking? Wie viel bekommen wir von dem sozialen Austausch noch mit, wenn parallel andere Informationen unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen? Kathryn Mills vom University College London und ihre Kollegen sind dieser Frage in einem Experiment mit 30 erwachsenen Frauen und 37 weiblichen Jugendlichen nachgegangen. Im Experiment musste jede Teilnehmerin zwei ineinander verschachtelte Aufgaben lösen. Eine Gedächtnisaufgabe mit Zahlen war dabei mit einer sozialen Aufgabe kombiniert.

Doppelbelastung für das Arbeitsgedächtnis

Zunächst sahen alle Probandinnen auf ihrem Bildschirm eine oder drei zweistellige Zahlen, die sie sich merken sollten. Direkt danach erschien auf dem Display ein Regal, bei dem einige Fächer eine Rückwand besaßen, andere nicht. In einigen Fächern lagen Gegenstände wie beispielsweise zwei Bälle oder eine Blumenvase. Die Teilnehmerinnen erhielten die Anweisung beispielsweise den großen Ball ein Fach nach oben zu legen – manchmal einfach so, manchmal aber auch von einer Figur, die von ihnen aus gesehen hinter dem Regal stand. Die Schwierigkeit dabei: Die Probandin musste sich in die Figur hineinversetzen, um zu beurteilen, welchen Ball diese überhaupt sehen konnte und dann diesen versetzen. „Bei einigen sozialen Interaktionen ist es notwendig, sich in die Perspektive eines anderen zu versetzen“, erklären Mills und ihre Kollegen. „Das jedoch erfordert kognitive Ressourcen und fordert das Arbeitsgedächtnis.“ Nach Abschluss des Regaltests wurde abgefragt, welche Zahlen zu Anfang des Experiments zu sehen waren.

Die Auswertung ergab: Sowohl Jugendliche als auch Erwachsene benötigten für den Regaltest länger und machten mehr Fehler, wenn sie sich gleichzeitig mehrere Zahlen merken mussten. Die Leistungen gingen ebenfalls zurück, wenn sich die Teilnehmerinnen im Regaltest in die Perspektive eines anderen hineinversetzen mussten. „Das spricht dafür, dass Multitasking in sozialen Situationen zu Leistungsdefiziten führt“, meinen die Forscher. „Wenn Menschen beispielsweise parallel zu einem Gespräch noch andere Informationen aufnehmen, kann das den natürlichen Ablauf dieser sozialen Interaktion stören.“

Und noch etwas ergaben die Experimente: Jugendliche scheinen von dieser Doppelbelastung besonders schnell überfordert zu sein. Sie schnitten in den Multitasking-Tests durchgängig schlechter ab als die Erwachsenen. Nach Ansicht der Forscher könnte dies daran liegen, dass sowohl das Arbeitsgedächtnis als auch die Fähigkeit, eine andere Perspektive einzunehmen, erst im Laufe des Erwachsenwerdens effektiver werden. „Das bedeutet, dass Jugendliche sensibler auf zusätzliche kognitive Belastungen reagieren – sowohl beim sozialen als auch beim nichtsozialen Multitasking“, sagen Mills und ihre Kollegen. „Multitasking-Aufgaben, die für Erwachsene einfach sind, könnten daher Jugendliche schon überfordern.“ Vor allem im Schulunterricht sollte dies daher berücksichtigt werden.

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Quelle:

© wissenschaft.de – Nadja Podbregar
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