Tizians „Dame in Weiß“ - wissenschaft.de
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Geschichte+Archäologie

Tizians „Dame in Weiß“

Tizians „Dame in Weiß“ ist noch bis zum 27. Juni der Mittelpunkt einer Kabinettausstellung. Gemäldegalerie Alte Meister, Gal.-Nr. 170. Foto: Estel/Klut

Erstmals nach seiner Restaurierung wird Tizians Gemälde „Die Dame in Weiß“ in der Dresdner Gemäldegalerie Alte Meister noch bis zum 27. Juni 2010 vorgestellt. Ein Jahr lang arbeiteten die Restauratoren, um die inzwischen vergilbte Dame wieder in altem Glanz erstrahlen zu lassen.

Nur wenige Künstler wurden für ihre Porträts so gefeiert wie der venezianische Maler Tiziano Vecellio (1488-1576). Seine „Dame in Weiß“ ist sowohl eines der anmutigsten, aber auch eines der rätselhaftesten Bildnisse des Renaissancemalers, da ihre Identität bis heute ungeklärt ist. Handelte es sich um Tizians Tochter Lavinia oder um ein uneheliches Kind des Malers? Ist seine Geliebte dargestellt oder lediglich ein Ideal weiblicher Schönheit? Dass es sich um eine für den Maler wichtige Person handeln muss, steht fest. Schließlich zeigen von den 117 Porträts, die Tizian sicher zugeordnet werden können, lediglich 15 die holde Weiblichkeit.

Die Kabinettausstellung ist Teil der Reihe „Restaurierte Meisterwerke“. Sie zeigt die komplexen Arbeitsschritte, die für die Restaurierung notwendig sind und enthüllt die visuellen Geheimnisse des Gemäldes. Um den Maler in seinem zeitgenössischen Kontext zu verstehen, sind neben Tizian auch weitere Werke der venezianischen Porträtmalerei aus dem 16. Jahrhundert zu sehen, beispielsweise von Veronese oder Tintoretto – die eigens dafür aus dem Depot der Gemäldegalerie Alte Meister ans Tageslicht geholt wurden. Ein weiterer Ausstellungsabschnitt stellt anhand von historischen Gewändern und Accessoires die Bedeutung der Farbe Weiß in der Mode der Zeit vor. Neben Ausstellungsstücken aus der Dresdner Rüstkammer und dem Grünen Gewölbe kommt aus dem Bayerischen Nationalmuseum in München ein besonders rares Exponat in die Ausstellung: ein italienischer Fahnenfächer, ähnlich wie ihn Tizians „Dame in Weiß“ benutzt. Am Beispiel eines der schönsten Porträts von Tizian werden so zentrale Fragen der Kunstgeschichte, Restaurierung und Mode anschaulich vorgestellt.

Quelle: Carmen Fischer
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