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Trendforscher: Nahrungsmittel müssen der modernen Gesellschaft angepasst werden

Kaum eine Branche wird in den nächsten Jahren derart grundlegende Umwälzungen erleben wie die Gesundheitsbranche. Kein Wertewandel hat tiefere Auswirkungen auf unsere Lebenswelt als der Wellness-Trend. „Der Übergang von der Industriekultur zur Wissensgesellschaft ist ein Aspekt, dem die zukünftige Ernährung Rechnung tragen wird“, erklärte der Trendforscher und Leiter des „Zukunftsinstituts“ in Frankfurt Matthias Horx am 20. März 2002 im Rahmen einer Pressekonferenz. Die angebotenen Nahrungsmittel müssen der modernen Gesellschaft angepasst werden.

Es fehlt das Angebot an hochwertigen Produkten, während energie- und fettreiche Lebensmittel zu einer drastischen Zunahme von ernährungsbedingten Krankheiten wie Übergewicht, Herzinfarkt und Diabetes führen, so der Ernährungsmediziner und Koordinator der „Initiative Ernährung“. Einen Lösungsansatz für die Zukunft sieht Horx dabei im „Futter für das Hirn“, und weist auf einen der drei prognostizierten Megatrends hin: „Frauen“. Es komme zu einer zunehmenden Feminisierung der Gesellschaft. Im Durchschnitt seien österreichischen Frauen besser gebildet als Männer, sie ernährten sich gänzlich anders als Männer. „Die Wellness-Welle ist demnach stark frauendominiert und durch ihren Anspruch auf Erwerbsfähigkeit ist dem Versorgerhaushalt ein Ende gesetzt“, erklärte Horx gegenüber pte. Nur 30 Prozent aller gekauften Nahrungsmittel werden noch für den Kochvorgang verwendet. Der Trend geht in Richtung „snacking and racing“ und diesem muss die Lebensmittelindustrie Rechnung tragen. Die Lösung liege in „Bio-Convenience“, dies seien Produkte, die der Wissensgesellschaft und der gesundheitsbewussten Bevölkerung angepasst sind. Das „Up-Trading“ von Fast Food habe bereits eingesetzt und die Aufwertung der „schnell konsumierbaren“ Nahrung werde sich weiterhin fortsetzen, so Horx. „Die Ernährung muss in die Lebensgewohnheiten integriert werden“, ergänzt der Trendforscher.

Einen weiteren Megatrend sieht Horx in der „Single“-sierung der Gesellschaft und der Multiplizierung des Familienmodells. Menschen gehen im Lauf ihres Lebens 6,5 Partnerschaften ein, vor Jahrzehnten waren es rund drei. „Es kommt zur Nomadisierung der Haushalte. Allein in Deutschland leben 2,5 Mio. Menschen in zwei Haushalten“, so Horx. Menschen sind hochmobil und dieser Aspekt beeinflusse das Ernährungsverhalten.

Trend drei sieht der Leiter des Zukunftsinstituts in der Alterung der Gesellschaft. „Allein das Wissen, dass die Lebenserwartung steigt, führt bei Menschen zu einem Wertewandel, zu einer Umpolung“. Die Nachfrage nach Wellness und gesunder Ernährung steigt. „Die Lebensmittelindustrie muss diesen nicht mehr aufhaltbaren Mega-Trends gerecht werden, Pillen sind dabei aber der falsche Weg. Gefragt sind nicht Nahrungsmittel aus dem Chemielabor, sondern hochqualitative Produkte, die an die Bedürfnisse der modernen, gestressten und überlasteten Gesellschaft adaptiert sind.“

pte
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