Verschwörungstheorien im Blick - wissenschaft.de
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Verschwörungstheorien im Blick

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Wird hier ein Komplott geschmiedet? (Foto: iStock.com/mediaphotos)
„Da stecken doch bestimmt geheime Mächte dahinter!“ Komplotte, Geheimakten, Aliens… Worin liegt der Reiz des Misstrauens und warum halten sich geheimnisvolle Erklärungsansätze so hartnäckig? Mit der Wissenschaft rund um das Thema Verschwörungstheorien befasst sich der bdw-Autor Jochen Paulus in der August-Ausgabe von bild der wissenschaft.

„Auf der Militärbasis Area 51 untersuchen Forscher Aliens… Die Amerikaner sind in Wahrheit nie auf dem Mond gelandet und die Anschläge vom 11. September waren von der US-Regierung selbst gesteuert“. Diese und viele weitere markante Beispiele untermalen den Artikel und verdeutlichen die typischen Merkmale beliebter  Verschwörungstheorien: Sie scheinen zu enthüllen, dass vieles nicht so ist, wie man uns weis machen will und dass mächtige Verschwörer im Verborgenen die Fäden ziehen. Die Verschwörungstheorien lassen sich außerdem nur schwer entkräften: Jeden Gegenbeweis „entlarven“ die Anhänger als Fälschung der Verschwörer.

Wer neigt zu Verschwörungstheorien?

Doch wer sind die Menschen, die besonders empfänglich für solche „alternativen“ und manchmal auch versponnenen Erklärungsansätze sind? Offenbar keineswegs nur simple Geister: Verschwörungstheorien sind auch unter Akademikern sehr verbreitet, wie Paulus berichtet. In Studien zeichnet sich zudem ab, dass sich am leichtesten die Menschen von Misstrauen geprägten Erklärungen überzeugen lassen, die nach Ordnung streben und wenig Kontrolle über ihre Lebenssituation besitzen. Im Durchschnitt sind die typischen Fans von Verschwörungstheorien eher misstrauisch, feindselig, zynisch und ängstlich. Immun sind andere aber auch nicht: Der Übergang von einem Politikverdrossenen zu einem Verschwörungstheoretiker ist offenbar fließend, geht aus dem Artikel hervor.

Klar ist natürlich: Es gibt sehr wohl geheime Machenschaften. Wie und wann sie auffliegen, damit hat sich David Grimes von der University of ­Oxford beschäftigt. Er hat Verschwörungstheorien mit tatsächlichen Geheimaktionen verglichen, die enthüllt wurden – zum Beispiel die unter dem Namen PRISM laufenden Abhörangriffe der National Security Agency (NSA). Der Knackpunkt: Eine Verschwörung ist am Ende, wenn nur einer der Mitwisser plaudert. Bei der NSA-Affäre war das Edward Snowden. Den Berechnungen des Forschers zufolge darf es höchstens 2521 Mitwisser geben, wenn ­eine Verschwörung fünf Jahre ­Bestand haben soll.

Den vollständigen Artikel „Im Zweifel für das Misstrauen“ finden sie in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift bild der wissenschaft.

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