Volltextsuche in historischen Schulbüchern - wissenschaft.de
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Geschichte+Archäologie

Volltextsuche in historischen Schulbüchern

GEI-Digital – ein Projekt des Georg-Eckert-Instituts – digitalisiert Schulbücher von den Anfängen des staatlichen Schulwesens bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. Insbesondere bei der Entstehung von Nationalstaaten spielen Schulbücher eine bedeutende Rolle und werden so zu einem bedeutenden Forschungsgegenstand. GEI-Digital ermöglicht und vereinfacht wissenschaftliche Studien zu gesellschaftlichen Werten, zur staatlichen Erinnerungspolitik und zur Identitätsbildung, wie sie über Schulbücher vermittelt wird. Es werden Lehrwerke vom 17. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts in den „sinnstiftenden“ Fächern Geschichte, Geographie und Staatsbürgerkunde erfasst.

Bereits in der ersten Projektphase der Digitalisierung fand die Arbeit in enger Kooperation mit dem Projektpartner intranda GmbH statt. Für die nun beginnende zweite Projektphase wurde diese Zusammenarbeit noch einmal deutlich erweitert und das neue Präsentationssystem auf der Basis des „intranda viewer“ realisiert. Dies erlaubt neben wesentlich erweiterten Recherchemöglichkeiten in der digitalen Schulbuchbibliothek ebenso einen kontinuierlichen Ausbau hin zur geplanten digitalen Forschungsumgebung. Wissenschaftler können bereits jetzt in den rund 350.000 Schulbuchseiten einzelne Begriffe aufspüren, die Fundstellen visuell hervorheben und exportieren. Das ist besonders hilfreich für diejenigen Forscher, die im Bereich der digitalen Geisteswissenschaften arbeiten. Herausragend ist das Zoomen von Ausschnitten auf einzelnen Seiten. Damit können auch detaillierte Karten in Schulbüchern höherer Auflösung online betrachtet werden. Das Langzeitvorhaben „GEI-Digital“ leistet einen wichtigen Beitrag zum Forschungsfeld „Digital Humanities“, das eine Wissensgewinnung und -vermittlung unter den Bedingungen einer ausdifferenzierenden Arbeits- und Medienwelt mit neuen Forschungsansätzen weiter entwickelt. In den letzten drei Jahren wurden – gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft – rund 2.000 historische Geschichtsbücher und wertvolle Atlanten aus der Epoche des Deutschen Kaiserreichs digitalisiert. Bis 2015 können Wissenschaftler in rund 5.000 Schulbüchern, insgesamt einer Millionen digitalisierten historischen Schulbuchseiten forschen. Durch andere Bibliotheken digitalisierte Lehrwerke lassen sich in „GEI-Digital“ integrieren, das so zum zentralen Fachportal für digitale historische Schulbücher wird.

„GEI-Digital“ ist ein Kooperationsprojekt. Beteiligt sind neben dem GEI die Bibliothek für bildungsgeschichtliche Forschung des Deutschen Instituts für internationale pädagogische Forschung (BBF/DIPF) und das Gauß-IT-Zentrum der TU Braunschweig.

Quelle: Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung
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