Von Zähnen und Händen - wissenschaft.de
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Geschichte+Archäologie

Von Zähnen und Händen

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Schon Frühmenschen waren überwiegend Rechthänder.
Bereits die Vorfahren des Neandertalers waren vorzugsweise Rechtshänder. Das sagen spanische Wissenschaftler nach Zahnanalysen des Homo heidelbergensis, der vor 500.000 Jahren im heutigen Spanien lebte. Die Forscher um Marina Lozano von der Universität in Tarragona untersuchten Abnutzungsspuren auf den Zähnen, mit denen die Vormenschen beispielsweise Felle festhielten, während sie diese mit Faustkeilen bearbeiteten. Die Spuren auf den Zähnen deuten auf den überwiegenden Gebrauch der rechten Hand hin.

Der Homo heidelbergensis lebte vor 600.000 bis 200.000 Jahren und gilt als der direkte Vorfahr des Neandertalers. Fossile Überreste dieses Frühmenschen finden sich an mehreren Stellen in Europa. Zu den bedeutendsten Fundstellen gehört die Sima de los Huesos, eine kleine Kammer in einer Höhle im Norden Spaniens. Aus dieser Höhle stammte auch die überwiegende Zahl fossiler Zähne, die die Forscher in ihrer Studie untersuchten. Die Wissenschaftler gingen dabei davon aus, dass die Frühmenschen beim Schneiden von Fleisch oder bei der Bearbeitung von Fellen die Zähne zum Festhalten zur Hilfe nahmen und sich anhand der Abnutzung auf die bevorzugte Arbeitshand schließen lässt.

Tatsächlich entdeckten die Forscher an einem Großteil der mehr als 160 untersuchten Zähne asymmetrische Abnutzungsspuren, die darauf hindeuten, dass der Homo heidelbergensis überwiegend Rechtshänder war. Da die Bevorzugung einer Hand Voraussetzung für eine Arbeitsteilung zwischen den verschiedenen Hirnregionen ist, folgern die Forscher, dass der Homo heidelbergensis bereits ein sehr weit entwickeltes Gehirn hatte. So könnte er bereits die Aufteilung des Gehirns mit einem eigenen Sprachzentrum und einem Zentrum für motorische Fähigkeiten gehabt haben.

New Scientist, Onlinedienst ddp/wissenschaft.de ? Ulrich Dewald
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