Walfang in Elfenbein - wissenschaft.de
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Geschichte+Archäologie

Walfang in Elfenbein

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Auf diesem Stück Walross-Elfenbein verewigten Jäger vor 3.000 Jahren Szenen einer Waljagd. Bild: Un'en'en-Ausgrabungsteam
Russische und amerikanische Archäologen haben den bislang ältesten Beweis für Walfang entdeckt: Bei einer gemeinsamen Ausgrabung auf der russischen Tschuktschen-Halbinsel fanden die Forscher ein 3.000 Jahre altes Stück Walross-Elfenbein, auf dem Szenen einer Waljagd eingeschnitzt sind. An derselben Ausgrabungsstätte entdeckten sie auch die Überreste von mehreren Walen sowie schwere Steinklingen, die möglicherweise für das Erlegen der Tiere genutzt wurden. Wale wurden damit schon etwa 1.000 Jahre früher gejagt, als Forscher bisher nachweisen konnten, erklären die Leiter der Ausgrabung, Sergey Gusev vom russischen Forschungsinstitut für Kulturerbe und Naturerbe in Moskau und Daniel Odess von der Universität von Alaska in Fairbanks.

Wann die Menschen mit der Waljagd anfingen, lässt sich nur schwer belegen, auch wenn es mehrere archäologische Fundstätten von Walknochen gibt. Diese könnten aber auch von gestrandeten Walen stammen, die von Menschen am Strand gefunden und zerlegt wurden, erklärt Odess. Auch Steinreliefs in Südkorea liefern Hinweise auf einen frühen Beginn der Waljagd. Diese Steinarbeiten seien aber nicht genau datierbar, so Odess weiter.

Umso mehr Bedeutung messen die Wissenschaftler daher ihrem jetzigen Fund bei: Anhand einer Radiokarbonanalyse von Erdproben aus der Fundstelle konnten sie das Alter der Elfenbeinschnitzerei relativ genau auf 3.000 Jahre eingrenzen. Die geschnitzten Abbildungen auf dem Walross-Elfenbein zeigen eindeutig Szenen einer Waljagd, erklärt der Archäologe Owen Mason vom Ausgrabungsunternehmen GeoArch Alaska. So seien auf dem Fundstück neben den Abbildungen von Walen auch Jäger mit Booten und Harpunen zu erkennen, berichtet Mason. Um das Alter des Fundstücks noch genauer zu bestimmen, wünscht sich der Forscher allerdings noch eine Datierung des Materials der Schnitzerei. Weil dafür eine Probe aus dem Stück selbst nötig ist, müssen die Konservatoren in Moskau aber dazu erst ihr Einverständnis geben.

Nature Onlinedienst, DOI:10.1038/news.2008.714 ddp/wissenschaft.de ? Markus Zens
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