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Geschichte|Archäologie Gesellschaft|Psychologie

Was die Wahl der Freunde beeinflusst

Es heißt zwar auch ?Gegensätze ziehen sich an?, aber wenn Menschen die Wahl haben, suchen sie sich bevorzugt Freunde, die ihre Meinungen, Werte und Interessen teilen. Diesen Zusammenhang haben nun US-Forscher durch eine Befragung von Studenten belegt. Je größer die Auswahl an potenziellen Freunden ist, desto homogener sind demnach auch die Freundeskreise, was Einstellungen und Verhaltensweisen betrifft. Eine eingeschränkte Auswahl hat aber offenbar ebenfalls einen spannenden Effekt: Studenten, die durch die geringeren Auswahlmöglichkeiten an einer kleinen Universität mit einem inhomogeneren Freundeskreis klarkommen müssen, fühlen sich diesem stärker verbunden.

Das Wissenschaftler-Team vom Wellesley College, Massachusetts, hat seine Erkenntnisse aus einer vergleichenden Untersuchung zwischen einem kleinen College mit 500 Studenten und einer großen Universität mit 25.000 Studenten gewonnen. Die Forscher befragten insgesamt 134 Studenten samt einem Freund oder ihrem Partner zu ihren Einstellungen, Überzeugungen und gesundheitlichem Verhalten.
Bei nahezu jedem abgefragten Aspekt sind sich die Freunde und Partner des größeren Campus ähnlicher, als die des kleineren, ergab die Auswertung der Befragung. Da an beiden Universitäten eine sehr ähnliche Zusammensetzung der befragten Studenten vorherrsche, sei davon auszugehen, dass die reine Größe und Anzahl der Möglichkeiten entscheidend für diesen Effekt war, sagen die Wissenschaftler. Er kommt vermutlich daher, dass die Menschen des größeren Campus eine breitere Auswahl an Bekannten haben und somit auch leichter Freunde wechseln können, als Studenten von einem kleineren Campus, so die Forscher. Die Detailanalyse der Befragung offenbarte noch einen weiteren spannenden Zusammenhang: Trotz der stärkeren Unterschiede, bewerteten die Studenten des kleineren Campus im Vergleich ihre ?Beziehungen? als enger.

Die Ergebnisse bestätigen: ?Menschen bevorzugen Freundschaften mit Personen, die ihnen ähnlich sind?, resümieren die Wissenschaftler. Allerdings könne man nur unter den verfügbaren Alternativen aussuchen: ?Eine Person kann den persönlichen Lebensmittelbedarf viel besser in einem Supermarkt, als in einem kleinen Lebensmittelladen befriedigen?, so der Vergleich der Forscher. Haben sich Menschen allerdings einmal aufeinander eingelassen, stehen größere charakterliche Unterschiede einem innigen Verbundenheitsgefühl offenbar nicht im Wege.

Mehr zu diesem Thema können Sie demnächst in der November-Ausgabe von bild der wissenschaft lesen.

Angela Bahns (Wellesley College, Massachusetts) et al.: Sage Journals Online, doi: 10.1177/1368430211410751 wissenschaft.de ? Christian Mertens
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