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Geschichte|Archäologie

Wie die Griechen Bühnendekoration mobil machten

Rekonstruktion der mobilen Bühnenelemente des Theaters von Messene. (Credit: Associate Professor Ryuichi Yoshitake & K. Oyama)

Reste von Steinreihen und eines Abstellraums im antiken Theater von Messene haben Einblick in die Bühnentechnik der alten Griechen gewährt. Einem japanischen Experten zufolge legen diese Funde in der Kombination mit weiteren nahe, dass das Bühnenbild vor über 2000 Jahren durch mobile Holzkonstruktionen verändert wurde. Zwei unabhängige ein- beziehungsweise zweistöckige Dekorationselemente konnten demnach auf Rädern aus Abstellräumen auf die Bühne gezogen werden.

Bis heute bildet das antike Konzept die Grundlage der modernen Theaterarchitektur. Bereits die klassischen Theater der Griechen (um 323 v. Chr. bis 31 v. Chr.) bestanden aus einem kreisförmigen Orchester, einer Bühne und einem bogenförmigen Sitzbereich für das Publikum. Mit der Zeit wurden die Konstruktionen dann immer aufwändiger, bis sie in den prächtigen und hochaufragenden Theatern der Römerzeit gipfelten (seit 31 v.Chr.). Aus Überlieferungen ist bekannt, dass es sowohl in den griechischen als auch in den römischen Theatern Bühnentechnik gab, die einen Austausch der Dekoration ermöglichte. Details über die Verfahren verlieren sich aber im Dunkel der Geschichte.

Bereits seit einiger Zeit gehen auch Forscher der japanischen Kumamoto Universität der Geschichte der antiken Theaterarchitektur nach. Bei Ausgrabungen im antiken Theater von Messene (im Westen der Peloponnes) stießen schon vor einigen Jahren auf die Reste eines großen Raumes und von drei Steinreihen.

Diese Funde ähnelten früheren Entdeckungen aus Sparta und Megalopolis, deren Funktion als unklar galt. Der Architekturexperte Ryuichi Yoshitake von der Kumamoto-Universität hat die Funde aus den drei Theatern nun erneut genau untersucht, um ihre einstige Funktion zu klären.

Er kommt zu dem Schluss: Die Steinreihen dienten als Leitstrukturen für große Räder, auf denen zwei bewegliche Bühnenelemente gezogen werden konnten: das „Proskenion“ und die „Skene“. Bei den großen Räumen handelte es sich um die Lagerräume für diese Strukturen. Das Proskenion war eine einstöckige Konstruktion, die als Hintergrund auf der Bühne diente. Die Skene war hingegen zweistöckig und stand hinter dem Proskenion. Sie diente als weiteres Dekorationselement und bot darüber hinaus den Schauspielern Umkleideraum.

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Zwei unabhängige mobile Bühnenelemente

Es gab bereits Interpretationen, wonach es sich bei den in den Theatern gefundenen Strukturen um Elemente der mobilen Bühnentechnik gehandelt hat. Es wurde allerdings vermutet, dass Proskenion und Skene in einem Stück gezogen wurden. Dem widerspricht nun Yoshitake. Er vermutet, dass es einst noch eine zusätzliche Steinreihe gegeben hat, die es ermöglichte, die Konstruktionen unabhängig von einander auf ihren eigenen Schienen zu bewegen.

„Es wäre ziemlich schwierig gewesen, das enorme Gewicht von Proskenion und Skene zusammen auf Holzrädern zu ziehen“, sagt Yoshitake. „Ich denke, es ist logischer, dass beide Elemente jeweils eine eigene Schiene aus zwei Steinreihen besaßen, um bewegt zu werden.“ Ihm zufolge legt dies auch die Position der drei gefundenen Schienen nahe. Es gab demnach wohl einst noch eine vierte.

Er und seine Kollegen hoffen nun auf weitere Funde und Erkenntnisse, die noch mehr Licht in die mobile Bühnentechnik der hellenistischen Zeit bringen können. Generell scheinen die bisherigen Funde aber bereits die historische Überlieferung zu bestätigen: In der Antike wurde für das Theatererlebnis geschoben und gezogen.

Quelle: Kumamoto University
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