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Geschichte|Archäologie

Wie NS-Zwangsarbeiter in den Baracken lebten

DIe "RAD-Baracke" im Hohenloher Freilandmuseum (Haus der Geschichte Baden-Württemberg/ Bernd Kunz)

Ab sofort kann man im Hohenloher Freilandmuseum mehr zur Geschichte der NS-Zwangsarbeit in Schwäbisch Hall-Hessental erfahren. Das Besondere an der vom Haus der Geschichte Baden-Württemberg gestalteten Ausstellung ist die Räumlichkeit, in der sie unterbracht ist: Es handelt sich um den Wiederaufbau einer der Originalbaracken, in der ursprünglich Zwangsarbeiter untergebracht wurden. Das Projekt, das insgesamt etwa 150.000 Euro kostet, konnte mithilfe von Stiftungsförderungen und Spenden realisiert werden.

Thematisch geht es neben dem Schicksal der internierten ausländischen Arbeitskräfte um ihr Verhältnis zur einheimischen Bevölkerung. Die Ausstellung zeige, so Thomas Schnabel, Leiter des Hauses der Geschichte, „wie groß selbst in einer Diktatur die Möglichkeiten Einzelner sind, ausgegrenzte Menschen entweder anständig zu behandeln oder zu schikanieren.“ Während einige die Zwangsarbeiter misshandelten, steckten andere den Gefangenen auf eigene Gefahr Lebensmittel zu. In diesem Zusammenhang wird auch diskutiert, wie die Bevölkerung prinzipiell auf die neu auftauchenden Fremden reagierte und wie sich das Miteinander unter solchen extremen Bedingungen gestaltete.

Innerhalb des Lagers herrschte eine strikte Ungleichbehandlung der Gefangenen, die sich an der nationalsozialistischen Rassenideologie orientierte. Während beispielsweise Franzosen eine vergleichsweise passable Behandlung erhielten, vermerkte die Gestapo Stuttgart, dass „auf fliehende Russen … sofort zu schießen [sei], mit der festen Absicht, zu treffen“.

Abschließend erfährt der Besucher auch etwas über den Gebäudetypus, in dem er sich befindet: Bei der Baracke in Schwäbisch Hall handelt es sich um einen Bau nach standardisierten Muster, der während der Nazi-Herrschaft hunderttausendfach produziert wurde. Ursprünglich für den Reichsarbeitsdienst entwickelt, avancierte diese Bauweise mit der Bezeichnung „RAD-Baracke“ während des Zweiten Weltkrieges zum wesentlichen Bestandteil der Infrastruktur für das KZ- und Zwangsarbeitssystem.

Nach dem Krieg lebten wieder Fremde in der Baracke. Sie diente seit 1946 als Unterkunft für Heimatvertriebene, zehn Jahre später zogen italienische Gastarbeiter ein.

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Die Baracke steht unmittelbar neben dem Eingang des Freilandmuseums Hohenlohe in Schwäbisch Hall-Wackershofen.

Quelle: Haus der Geschichte Baden-Württemberg
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