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Geschichte|Archäologie Gesellschaft|Psychologie

Wissen fürs Wochenende

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Auch ein genauer Blick ins Erbgut kann künftig nicht mehr entscheiden, ob manipuliert worden ist. (Foto: iStock/Svisio)
Das neue Werkzeug CRISPR erlaubt es, das Erbgut von Pflanzen zu manipulieren, ohne dass sie als gentechnisch veränderter Organismus gelten. Muss die Definition des Gentechnikgesetzes geändert werden? Ein Beitrag dazu ist unsere erste Lese-Empfehlung fürs Wochenende. Die weiteren Themen: Streit um die Gesundheit, die genaueste Sternenkarte der Milchstraße und ein Hackerangriff auf das vielleicht wichtigste Wissenschaftsportal der Welt. Wir wünschen eine anregende Lektüre!

In den USA ist im Frühjahr ein gentechnisch veränderter Champignon zugelassen worden, nachdem die zuständige Behörde geurteilt hatte, er falle nicht unter das Gentechnikgesetz. Im Erbgut des weißen Champignons war mit der neuen Methode CRISPR ein Gen ausgeschaltet worden, um das Bräunen zu verlangsamen. Weil der Pilz keine artfremde DNA enthalte, müsse er auch nicht in besonderer Weise auf seine Risiken und Nebenwirkungen geprüft werden und dürfe verkauft werden, hieß es nun. In Deutschland könnte es ähnlich sein, denn um als gentechnisch veränderter Organismus zu gelten, muss nach deutschem Recht das Erbgut so verändert worden sein, wie es unter natürlichen Bedingungen nicht vorkommt.

In der neuen Ausgabe von „bild der wissenschaft“, die am Dienstag erscheint, berichten wir ausführlich über die Möglichkeiten der neuen Methode CRISPR – vor allem in der Medizin – und die ethischen Fragen, die sich beim erleichterten Eingriff ins Erbgut ergeben. Gentechnisch veränderte Pflanzen haben wir dort ausgeklammert. Der „Deutschlandfunk“ widmet aber diesem Thema eine eigene Sendung. Dort kommt zum Beispiel der Grünen-Abgeordnete Harald Ebner zu Wort. Er kritisiert die Haltung, dass mit CRISPR veränderte Pflanzen nicht als gentechnisch verändert zählen dürften, weil man den Eingriff ins Erbgut anschließend nicht mehr nachweisen könne. Er vergleicht die manipulierten Pflanzen mit täuschend echtem Falschgeld und sagt: „Dann würde man auch nicht sagen: Ja dann ist es ja auch egal, sieht ja aus wie das echte.“

Politische Kämpfe über die Gesundheit

Gesundheit ist oft auch Politik, und in dieser Woche beleuchten zwei Artikel diesen Zusammenhang auf ganz unterschiedliche Weise. Im Blog „Gesundheits-Check“ fasst der Autor die neue Debatte über die Homöopathie zusammen , die nach drei Todesfällen in einer alternativen Krebsklinik aufkam (obwohl die Fälle nichts mit Homöopathie zu tun hatten). In knappen Sätzen umreißt er, wie und mit welchen Argumenten sich die Vorsitzenden von Verbänden und Firmen positionieren.

Und das „Deutsche Ärzteblatt“ stellt eine historische Untersuchung vor, der zufolge ein Verband der US-amerikanischen Zuckerindustrie in den 1950er- und 60er-Jahren Studien beauftragte, um die Aufmerksamkeit vom Zucker auf Fette zu lenken. Sie müsse man vermeiden, um die Rate der Herzinfarkte zu senken, sollte die Botschaft damals lauten. Der Fall erinnert an die Tabakindustrie, die ebenfalls mit bezahlten Wissenschaftlern versuchte, ihr Produkt in ein besseres Licht zu rücken. Ihre Geschichte steht im Buch „Die Machiavellis der Wissenschaft“.

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Kennen Sie Tribbles?

Zwei Meldungen aus dem Bereich Weltall ergänzen unser Programm: Der Satellit Gaia, der die Sterne der Milchstraße kartieren soll, hat die erste Karte mit einer Milliarde Objekten präsentiert. Er wird auch die Bewegung vieler Sterne verfolgen, so dass Astronomen berechnen können, wie sich unsere Heimatgalaxie entwickelt hat. Das Portal „Scinexx“ gibt einen Einblick in die Arbeit und zeigt natürlich auch die Sternenkarte. Auf den „ScienceBlogs“ nimmt eine Biologin wiederum den 50. Geburtstag der TV-Serie „Raumschiff Enterprise“ zum Anlass, eine beliebte Lebensform aus dem „Star Trek“-Universum fachgerecht zu beschreiben: die süßen Tribbles.

Wissenschaftsportal gehackt

Wenn Sie sich dafür interessieren, wie Nachrichten aus der Wissenschaft zustande kommen, gibt es diese Woche eine gute Gelegenheit dafür: Der Wissenschaftsjournalist Philipp Hummel erzählt in der „Welt“, wie durch sein Handeln das vielleicht wichtigste Wissenschaftsportal der Welt tagelang offline ging. Das Portal „EurekAlert“ bietet der Öffentlichkeit aktuelle Informationen aus der Wissenschaft: Sie stammen von Universitäten forschenden Unternehmen und natürlich von den großen Fachjournalen. Journalisten können sich dort registrieren und erhalten dann ausgewählte Informationen mit einer Sperrfrist vorab. Die Organisation AAAS, die das Portal betreibt, wacht sehr genau darüber, ob jemand vor Ablauf der Sperrfrist über eine neue Studie berichtet. Ein Hacker hatte Philipp Hummel Informationen angeboten, die noch nicht einmal mit Sperrfrist herausgegeben worden waren, und der Journalist warnte die Betreiber des Portals.

Das war’s wieder einmal. Wenn Sie keinen Wochenrückblick verpassen möchten, haben Sie diese Möglichkeiten: Sie suchen nach dem Twitter-Hashtag #WissenfürsWochenende oder Sie abonnieren unseren täglichen Newsletter oder Sie schauen einfach nächsten Freitag wieder vorbei!

© wissenschaft.de – Alexander Mäder
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Bio|top|baum  〈m. 1u〉 Baum, der aufgrund seines Wuchses od. fortgeschrittenen Alters anderen Lebewesen als Biotop dient; Sy Habitatbaum … mehr

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In|tus|sus|zep|ti|on  〈f. 20〉 1 〈Med.〉 = Invagination 2 〈Bot.〉 Einlagerung von Zellulosemolekülen in die Zellwände von wachsenden Pflanzen … mehr

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