Wo liegt Christoph Kolumbus begraben? - wissenschaft.de
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Geschichte+Archäologie

Wo liegt Christoph Kolumbus begraben?

Washington. Ein internationales Expertenteam will herausfinden, wo die wahren Überreste von Christoph Kolumbus begraben liegen. Darüber soll ein Vergleich der DNA aus den Knochen des Seefahrers mit der seines Bruders und seines Sohnes Aufschluss geben. Dies berichtet das Fachmagazin „Science“ in seinem Online-Magazin ScienceNow.

Das DNA-Material stammt aus Gräbern der spanischen Kathedrale in Sevilla. Hier soll der Entdecker nach seinem Tod im Jahre 1506 begraben worden sein. Einem Bericht zufolge wurden seine Überreste jedoch 1537 in die Kathedrale von Santo Domingo in der Dominikanischen Republik verschifft. Damit sollte seinem Wunsch entsprochen werden, die Ewigkeit in Amerika zu verbringen. Einige Experten glauben jedoch, dass Kolumbus Überreste später im 19. Jahrhundert wieder nach Spanien gelangten.

Um des Rätsels Lösung bemüht sich der Forensiker José Lorente von der Universität von Granada zusammen mit Kollegen des Leipziger Max-Planck-Instituts für Anthropologie, einigen Universitäten und dem biologischen Forschungszentrum des FBI in Virginia. Sie wollen die mitochondriale DNA aus den Knochen der drei Verwandten extrahieren und vergleichen.

Da mitochondriale DNA von der Mutter an ihre Kinder vererbt wird, müssten die Proben von Kolumbus und seinem Bruder aus dem spanischen Grab übereinstimmen. Andererseits lässt sich mithilfe der DNA des männlichen Y-Chromosoms feststellen, ob der angebliche Kolumbus auch mit seinem Sohn verwandt ist.

Der Test wird voraussichtlich einige Monate in Anspruch nehmen. Sollten die Ergebnisse keine Übereinstimmung zeigen, will Lorente anschließend nach Absprache mit den Dominikanischen Behörden die Überreste aus der Santo Domingo Kathedrale untersuchen.

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Die Studie könnte auch dabei helfen den langjährigen Streit über die Nationalität von Kolumbus zu klären. Während die Italiener behaupten er sei in Genua geboren worden, denken andere Kolumbus sei ein uneheliches Kind des spanischen Prinzen Carlos de Viana gewesen. Aus den Knochen des Prinzen liegt eine DNA-Probe zum Vergleich bereits vor.

Christine Harbig
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