Zweiter Weltkrieg Wrack des deutschen Kreuzers "Karlsruhe" entdeckt - wissenschaft.de
Anzeige
Anzeige

Zweiter Weltkrieg

Wrack des deutschen Kreuzers „Karlsruhe“ entdeckt

Wrack
Sonaraufnahme vom Wrack des deutschen Kreuzers "Karlsruhe". (Bild: Stattnet/ Isurvey)

Am 9. April 1940 führte der Kreuzer „Karlsruhe“ den Angriff der deutschen Kriegsmarine auf die norwegische Stadt Kristiansand an. Dabei wurde das Schiff torpediert und versenkt – wo, war jedoch bislang unklar. Jetzt haben Aufnahmen eines ferngesteuerten Tauchroboters das Wrack identifiziert: Es steht aufrecht in 490 Meter Tiefe auf dem Grund des Skagerrak, rund 13 Seemeilen von der Südnorwegischen Küste entfernt.

Der Kreuzer „Karlsruhe“ wurde während der Weimarer Republik im Jahr 1927 in den Dienst gestellt und war nach einem Umbau Teil der deutschen Kriegsmarine im Zweiten Weltkrieg. Das Schiff war 174 Meter lang, verfügte über neun Kanonen und erreichte mit seinen dampfgetriebenen Turbinen eine Höchstgeschwindigkeit von rund 30 Knoten. Am 9. April 1940 nahm der Kreuzer an der Operation „Weserübung“ teil, in deren Verlauf das Schiff die Landung deutscher Truppen im norwegischen Kristiansand unterstützen sollte.

Zufallsfund am Unterseekabel

Doch als die Karlsruhe in den Fjord einlief, der der Stadt Kristiansand vorgelagert war, geriet sie unter Beschuss. Zunächst durch Flak von der norwegischen Festung Odderøy, die aber die Eroberung von Kristiansand durch die deutschen Truppen nicht verhindern konnte. Dann allerdings wurde die Karlsruhe von dem Torpedo eines britischen Unterseeboots getroffen und so schwer beschädigt, dass ihr Kapitän anordnete, das Schiff zu versenken. „Das Schicksal der Karlsruhe wird in den Geschichtsbüchern geschildert, aber niemand wusste genau, wo das Schiff gesunken ist“, erklärt der Archäologe Frode Kvalø vom norwegischen Marinemuseum. „Sie ist das einzige große deutsche Kriegsschiff, das bei einem Angriff auf Norwegen mit unbekannter Position verloren ging.“

Doch vor drei Jahren stießen Mitarbeiter des norwegischen Stromkonzerns Stattnet bei der Inspektion eines Seekabels zwischen Norwegen und Dänemark zufällig auf ein unbekanntes Schiffswrack. Es lag nur rund 15 Meter vom Unterseekabel entfernt in 490 Meter Tiefe auf dem Grund des Skagerraks. Um welches Schiff es sich handelte, blieb jedoch zunächst unklar. Im Sommer 2020 bot eine Fahrt mit einem Erkundungsschiff dem Stattnet-Ingenieur Ole Petter Hobberstad gemeinsam mit den Archäologen die Chance, mehr über das Wrack herauszufinden. Mit multibeam-Echoloten und einem ferngesteuerten Tauchroboter nahmen sie das gesunkene Schiff erstmals näher in Augenschein.

Kanonen
Dieses Foto zeigt zwei der Kanonen der Karlsruhe. (Bild: Stattnet)

Aufrecht und noch immer bedrohlich

Schon die ersten Aufnahmen des Tauchroboters waren spektakulär: „Als die Aufnahmen uns zeigten, dass das Schiff torpediert worden war, wussten wir, dass es aus dem Krieg stammen musste“, sagt Hobberstad. „Und als dann die Kanonen auf dem Bildschirm sichtbar wurden, war uns klar, dass es sich um ein sehr großes Kriegsschiff handeln musste.“ Nähere Untersuchungen bestätigten dann, dass sie das Wrack der Karlsruhe gefunden hatten. „Nach all diesen Jahren wissen wir nun endlich, wo die letzte Ruhestätte dieses einst so wichtigen Kriegsschiffs liegt“, sagt Kvalø. In den Aufnahmen des Tauchroboters sind ihre Aufbauten und Kanonen gut zu erkennen und ermöglichen eine eindeutige Identifizierung.

Anzeige

Erleichtert wurde dies dadurch, dass das Schiffswrack aufrecht am Meeresgrund liegt. Wie Kvalø erklärt, ist dies für große Kriegsschiffe eher ungewöhnlich. Denn wegen ihres hohen Schwerpunkts kippen sie beim Sinken meist um und landen dann auf der Seite auf dem Meeresboden. „Aber die Karlsruhe steht selbst in 490 Meter Tiefe noch aufrecht und fest da und richtet ihre Kanonen drohend ins Meer hinaus“, schildert der Archäologe. „Mit seiner Hauptbatterie aus neun Kanonen in drei Dreiertürmen war dies das größte und gefährlichste Schiff beim Angriff auf Kristiansand.“

Quelle: Stattnet

Anzeige

DAMALS | Aktuelles Heft

Bildband DAMALS Galerie

Der Podcast zur Geschichte.

Geschichten von Alexander dem Großen bis ins 21. Jahrhundert. 2x im Monat reden zwei Historiker über ein Thema aus der Geschichte. In Kooperation mit DAMALS – Das Magazin für Geschichte.

Hören Sie hier die aktuelle Episode:

Anzeige

Wissenschaftslexikon

Ari|a|ne  〈f. 19; Raumf.〉 europäische Trägerrakete für den Start von Satelliten

At|tack  〈[tæk] f.; –, –s; Mus.〉 lautes u. nachhaltiges Anspielen eines Tones, Anschwellen des Tones bis zur maximalen Tonstärke (beim Synthesizer) [engl., ”Angriff, Attacke“]

Wel|len|sit|tich  〈m. 1; Zool.〉 kleiner austral. Papagei, beliebter Käfigvogel: Melopsittacus undulatus [<Welle ... mehr

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige