Karitative Modelle der beiden Konfessionen Zwischen Kommen und Gehen... und doch Bleiben" - wissenschaft.de
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Karitative Modelle der beiden Konfessionen

Zwischen Kommen und Gehen… und doch Bleiben“

Das Barockschloss Mannheim bildet den Rahmen für eine Ausstellung über einen wichtigen Aspekt der bundesrepublikanischen Geschichte – und verweist dabei auch auf seine eigene Vergangenheit, die mit vielen Nationen verknüpft ist. Bis zum 6. März ist hier die Ausstellung des Südwestrundfunks „Zwischen Kommen und Gehen… und doch Bleiben – ‚Gastarbeiter’ in Deutschland 1955-1973“ zu sehen. Die Schau präsentiert Lebenswege der sogenannten „Gastarbeiter“, die ab den 50er-Jahren nach Deutschland kamen, um beim Aufbau des Landes zu helfen und in der boomenden Industrie des Wirtschaftswunderlandes zu arbeiten. Viele von den damaligen „Gastarbeitern“ sind geblieben, haben ein eigenes Leben aufgebaut und Familien gegründet. Die Ausstellung führt nicht nur den Deutschen vor Augen, dass Migration ein wichtiger Bestandteil der deutschen Geschichte ist, sondern trägt zur kulturellen Selbstbestimmung und Identitätsfindung von Migranten und ihrer Kinder und Enkel bei.

Leihgaben aus dem privaten Besitz der Betroffenen lassen das Thema anrührend und lebendig werden – so etwa ein Koffer, in dem einst die wenigen Habseligkeiten transportiert wurden, mit denen ein Arbeitsleben in Deutschland begann. Eher skurril sind solche Zeugnisse wie die originale Pressemitteilung des Landes Baden-Württemberg aus dem Jahre 1960, in der ganz offiziell den südwestdeutschen Gastgebern ein heute längst eingebürgertes Rezept erläutert wird: „Wie kocht man richtig Spaghetti für Italiener!“. Oft wurden aus dem kurzen Arbeitsaufenthalt viele Jahre – wenn nicht gar ein ganzes Leben. Der Integrationsprozess dauert bis heute an und erstreckt sich längst über Generationen hin.

Die Ausstellung von SWR International wurde 2005 im Theaterhaus Stuttgart eröffnet. Damals ging man noch von einer einmaligen Präsentation aus. Die Begeisterung und das Interesse der Besucher waren jedoch so groß, dass man sich entschloss, aus dem einmaligen Projekt eine Wanderausstellung zu machen. Bisher haben so bereits über 500.000 Besucher „Zwischen Kommen und Gehen“ gesehen – ein Erfolg, der wenig Vergleichbares kennt.

Schloss Mannheim als Ausstellungsort hätte nicht besser gewählt werden können, ist es doch ein lebendiges Zeugnis dafür, wie schon vor 300 Jahren Künstler, Handwerker und Architekten aus dem Ausland kamen, um eines der größten Barockschlösser Deutschlands zu errichten und auszustatten. Und auch die Bewohnerinnen und Bewohner des Schlosses waren keineswegs alle aus der Kurpfalz, sondern konnten auf so europäische Biographien verweisen wie etwa Stéphanie Beauharnais, die von Napoleon nach Baden verheiratet wurde.

Schloss Mannheim hat sich daher – als historisches Herz einer Stadt, in der viele Menschen aus unterschiedlichen Ländern zusammen leben – die Integration als einen Arbeitsschwerpunkt gesetzt. Dazu gehören solche Projekte wie die Ausstellung „Zwischen Kommen und Gehen“, vor allem aber gehört ein aktives Zugehen auf die verschiedenen Bevölkerungsgruppen der Kurpfalzmetropole dazu. Das Schloss arbeitet mit den Migranten-Vertretungen der Stadt zusammen – und es bietet Führungen in möglichst vielen Sprachen. „Wer die Geschichte Mannheims und der Kurpfalz im Schloss kennen lernt, lernt seine neue Heimat schneller verstehen – und lieben“ – so das Motto des Schlossteams unter der Leitung von Schlossverwalterin Sandra Moritz. Das umfangreiche Begleitprogramm zur Ausstellung greift in Führungen immer wieder das Thema der Vielfalt der Nationen auf.

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Quelle: Sandra Moritz
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