Ausgeschaltetes Gen macht depressiv - wissenschaft.de
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Ausgeschaltetes Gen macht depressiv

Ein Gen, dessen Mutation schwere Depressionen verursachen kann, haben kanadische Wissenschaftler identifiziert. Das Team um Nicholas Barden vom Centre Hospitalier Université Laval in Quebec fand heraus, dass die Inaktivität des Gens P2RX7 die Krankheit auslösen kann. Zwar ist schon seit längerer Zeit bekannt, dass genetische Faktoren bei Depressionen eine Rolle spielen, man wusste jedoch bisher nichts über die molekularen Hintergründe. Forscher waren der Meinung, dass vor allem das Serotonin-System im Gehirn an Schwermuts-Attacken beteiligt ist. Das Hormon Serotonin beeinflusst Gefühle und wird als Stimmungsaufheller bei Depressionen verschrieben. Es dauert allerdings mehrere Wochen, bis der Stoff seine Wirkung entfaltet. Das Gen P2RX7 hat jedoch nichts mit Serotonin zu tun.

Der Zustand von Mäusen, die an depressionsähnlichen Symptomen litten, verbesserte sich erheblich, wenn man ihnen Substanzen verabreichte, die die Aktivität des Gens erhöhten. Umgekehrt stellten die Wissenschaftler fest, dass Stresshormone die Aktivität von P2RX7 reduzieren. Daraus schließen sie, dass Stress einen Mechanismus auslösen kann, der Depressionen zur Folge hat. „ Allerdings“, so Barden, „muss nicht jeder Träger des mutierten Gens zwangsläufig an einer Depression erkranken.“ Es komme auch auf weitere Faktoren an, etwa Umwelteinflüsse oder die Lebensumstände.

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