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Gesellschaft+Psychologie

Das Soziale und die Gesundheit

Spielfiguren
Um die soziale Gesundheit ist es in modernen Gesellschaften schlecht bestellt. Grund: Vieles, was dazu beiträgt, bricht aktuell weg. (Foto: fotolia.com, C. Schüßler)
Dass soziale Einsamkeit einem Menschen nicht wirklich guttun kann, ist fast jedem intuitiv bewusst und wurde auch wissenschaftlich bereits umfangreich nachgewiesen. Einen unregelmäßigen Rückzug benötigen zwar die meisten Menschen, weitgehende oder gar vollkommene Isolation, der es an jeglicher sozialer Interaktion mangelt, schädigt jedoch die Psyche so nachhaltig, dass sie sogar explizit als Foltermethode verwendet wird. Forschungen zeigen zudem, dass zusammen mit der Psyche auch der Körper selbst unter der Abwesenheit von Sozialkontakten zu leiden beginnt. Hier ist die heutige Gesellschaft für viele Probleme verantwortlich. Denn nicht nur der Alltag vieler Menschen erschwert eine gekräftigte soziale Gesundheit, vieles wird auch auf Social Media ausgelagert und erzeugt so eine sich selbst verstärkende Negativwirkung. Der folgende Artikel beleuchtet die physischen wie psychischen Faktoren dieses modernen Alltags ebenso, wie er die sozialen Medien unter diesem Gesichtspunkt einer kritischen Inspektion unterzieht.

Soziale Gesundheit in der heutigen Gesellschaft

Unsere heutige, westliche Gesellschaft nimmt für sich oftmals in Anspruch, eine sehr soziale zu sein. Das stimmt zwar, auf einer humanitären Ebene. Tatsächlich gibt es jedoch auch viele Negativpunkte, die sich vornehmlich im zwischenmenschlichen Bereich manifestieren.

Was macht soziale Gesundheit aus?

Letztlich ist es eine einfache Rechnung: Geht es der Psyche (durch soziale Interaktion) gut, geht es meist auch der Physis gut und umgekehrt – Mens sana in corpore sano. Tatsächlich wird soziale Gesundheit jedoch durch ein viel größeres Maß an Faktoren bestimmt, welche miteinander interagieren:

  • Gute Bildung
  • Sprachliche Fähigkeiten
  • Angemessenes Einkommen
  • Soziale Absicherung
  • (Familiärer) Zusammenhalt
  • Erfüllender Lebensstil

All diese Punkte bestimmen letztendlich, in welchem Maß ein Mensch überhaupt soziale Gesundheit erlangen kann. Ein Beispiel: Ein Mensch mit schlechter Bildung, einem sich daraus ergebendem geringen Einkommen, einer schlechten sozialen Absicherung und einem ungesunden Lebensstil wird automatisch sozial weniger gesund sein als ein Mensch, bei dem all diese Kriterien positiv vorhanden sind. Bereits hier beginnt die Problemstellung aufgrund der weit weniger gesicherten Verhältnisse unserer heutigen Zivilisation, etwa auf dem Gebiet der Arbeitsplatzsicherheit.

Problem Zerstreuung

Ein großes Problem in den modernen westlichen Gesellschaften ist jedoch, dass es selbst bei Menschen, die einen gesunden Lebensstil mit hoher Bildung, Einkommen und Ähnlichem kombinieren können, es oftmals am familiären/freundschaftlichen/nachbarschaftlichen Zusammenhalt mangelt. Die Abkehr von der Großfamilie und der Wandel des Familienbegriffs im Allgemeinen laufen bereits seit geraumer Zeit und sind generell in sämtlichen Staaten zu beobachten, die auf eine höhere wirtschaftliche Ebene zustreben. Auch hier existieren multiple Problemstellungen:

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  • Geburtenrückgang, oft aus Kostengründen
  • Zwang zu Pendeln oder für den Beruf umzuziehen
  • Größere Zahl von Alleinerziehenden mit den daraus resultierenden Nachteilen
  • Urbane Vereinsamung
  • Ländliche Vereinsamung (durch Abwanderung)
  • Abkehr von Mensch-basierten Freizeitbeschäftigungen (z.B. Vereine)

In Summe: Der moderne Mensch hat qua seiner Arbeits-Realität heute weniger die Möglichkeit, Wurzeln an einem Ort zu schlagen. Soziale Kontakte werden, auch aus Berufsgründen, häufig auf ein Minimum beschränkt. Zudem wird die Tendenz, sich auch in zwischenmenschlichen Beziehungsdingen „alle Optionen offenzuhalten“ immer größer.

Der Faktor Stress

Eine sehr gewichtige Rolle innerhalb dieser Problemstellungen obliegt dem Stress. Hier ist die Laienmeinung oftmals, dass dieser nur durch eine zu große Arbeitsbelastung auftritt. Das stimmt aber nur zum Teil. Zwar ist es korrekt, dass eine der beiden Stress-Arten, der sogenannte Distress, tatsächlich häufig aus zu hoher Arbeitsbelastung in Verbindung mit zu geringen Ausgleichsmöglichkeiten resultiert. Falsch ist jedoch der Glaube, dass Arbeit alleine für Stress sorgen kann.

Tatsächlich umfasst die Liste möglicher Stressoren (also Stress-induzierender Faktoren) weit mehr als nur Arbeit. Es ist offensichtlich, dass viele auch bei Menschen auftreten, die allein im Beruf über keine zu große Belastung und Sorgen zu klagen haben.

Tatsächlich ist Stress aber gerade wegen seiner vielfältigen Auslöser heute ein so vielschichtiges Problem: Selbst der Städter mit perfektem Wohnumfeld leidet vielleicht unter dem Dauerlärm. Ältere Menschen unter der Schnelligkeit, mit der sich die Welt (technisch) weiterentwickelt. Emotional Empfindsame reagieren feinfühliger auf die tendenzielle Kurzlebigkeit von Beziehungen. Es kann quasi jeden treffen und jeder reagiert mehr oder weniger stark auf die Stressoren.

Stress-induzierte Krankheiten

Dieser Punkt führt ohne Umwege direkt zur psychisch-physischen Gesundheit. Denn sobald unser Leib mit Stress konfrontiert wird, der entweder in seiner reinen Menge oder aber Dauerhaftigkeit zu viel wird, um ihn auf andere Weise abzubauen, reagiert er körperlich.

Dauerhaftigkeits-basierender Stress könnte beispielsweise dadurch entstehen, dass man gezwungen ist, in einem Haus an einer innerstädtischen Hauptverkehrsader zu leben. Jede Minute, in der man sich darin aufhält, umgibt einem der dazugehörige Lärm, selbst wenn dieser durch dicht schließende Fenster noch so gering ist. Es herrscht zu jeder Uhr- und Jahreszeit ein beständiges Hintergrundrauschen.

Mengen-basierter Stress könnte indes ein gravierendes Problem kurz vor Feierabend sein. Zwar zeitlich begrenzt, aber durch seine hohe Zahl an Stressoren ebenso „wirkungsvoll“.

Kritisch daran ist, dass Stress sich auf den gesamten Körper auswirkt, meist schleichend beginnt und schwere Resultate hervorrufen kann. Eine klassische Stress-Krankheit wäre der beginnende Bluthochdruck. Dieser wird durch eine ebenfalls stressbedingt schlechte Ernährung verschärft, führt zu Übergewicht (und damit weiterem Stress durch Ablehnung und/oder Selbstzweifeln) und darüber wiederum zu schweren Erkrankungen des kardiovaskulären Systems bis hin zum Herzinfarkt.

Das vielschichtige Krankheitsbild des Burnouts greift derzeit in vielen westlichen Gesellschaften stark um sich. Dies ist demnach ebenfalls nur eine Folge einer Kumulierung zu vieler Stressoren im modernen Alltag.

Ein großer Negativtrend

In der modernen Gesellschaft wandelt sich zwar gerade der Begriff der „Awareness“, sodass viele Problemstellungen aktiv angegangen werden. In einer großmaßstäblichen Betrachtung führt der Trend jedoch unmissverständlich nach unten. Das liegt daran, dass zu häufig nur die Symptome angegangen werden.

Beispiel: Ein einsamer Stadt-Single sucht sich eine Partnerschaft. Das ist heute so einfach, wie vielleicht noch nie zuvor. Damit ist zwar die Einsamkeit für den Moment beendet. Gleichsam hat diese Partnerschaft, ausgelöst durch einen generell größer werdenden Egoismus und die geringere Bereitschaft zur Lösung von Problemen jedoch eine signifikant geringere „Überlebenschance“; durch ihr Ende würde das Problem aber nur verschlimmert.

Die heutigen Beziehungswelten haben sich stark gewandelt. In der heutigen Gesellschaft herrscht nicht nur bei Waren des täglichen Bedarfs eine Art „Wegwerfmentalität“: Ob Freundschaft, Beziehung oder ein anderer Faktor: Wenn uns etwas nicht mehr hundertprozentig gefällt neigen wir dazu viel zu schnell weiterzuziehen, statt an der Behebung der Problempunkte zu arbeiten. Und durch die kurzlebigeren Anforderungen, etwa im Beruf, sinkt auch eher die Bereitschaft sich in anderen Dingen so festzulegen, wie es in der Vergangenheit der Fall war.

Das nähere Umfeld

Auf die Berufswelt, sein Wohn-Umfeld und viele andere Faktoren hat der Einzelne nur begrenzten Einfluss. Umso wichtiger ist es deshalb, dort die Kontrolle zu behalten, wo man sie noch einschränkungslos hat, im direkten sozialen Umfeld.

Die Bindung zwischen Eltern und Kindern

Der dabei mit Abstand gewichtigste Punkt ist die klassische Kernfamilie, selbst wenn es sich um alleinerziehende Elternteile handelt. Es ist Wissenschaftlich erwiesen, dass vom ersten Lebensmoment an eine enge, liebevolle Beziehung zum Kind vielfältig positive Auswirkungen auf dessen geistige Entwicklung hat. Beispielsweise ist bekannt, dass, je geborgener sich ein Neugeborenes fühlt, umso weniger Stress-induzierte Hormone ausgeschüttet werden. Das wiederum wirkt sich positiv auf die Hirnentwicklung und somit dessen Leistungsfähigkeit aus.

Umgekehrt hat die Bindung auch für die Eltern nur Vorteile. Es beginnt bereits damit, dass das Kind in einer Welt, in der weder Beruf noch Wohnung und Nachbarschaft endgültige Festigkeit besitzen, eine Art Anker darstellt. Der Job mag wechseln, der Wohnort ebenfalls. Das Kind ist jedoch immer an der eigenen Seite und liebt einen beinahe bedingungslos.

Doch es ist auch nötig, diese Eltern-Kind-Beziehung immer wieder aufs Neue zu stärken. Basis dessen sollte ein liebevoller und interessierter Umgang im Alltag sein.

Beispiel: Das tägliche Ritual des gemeinsamen Abendessens, bei dem alle am Tisch Sitzenden gleichberechtig von ihrem Tag erzählen dürfen. Doch gerade, wenn der (berufliche) Alltag hier unter der Woche keine ausgiebige Bindungspflege erlaubt, muss diese am Wochenende nachgeholt werden. Das geht, indem sich Eltern und Kind wenigstens dann den ganzen Tag einander widmen. Wird ein solcher Familientag regelmäßig und in kurzen Abständen durchgeführt, kann er gewisse Mängel in der Alltags-Beziehung ausgleichen aber auch nur bis zu einem bestimmten Punkt.

Warum gute Freunde so wichtig sind

Ein Sprichwort sagt „Freunde kann man sich aussuchen, Familie nicht“. Und was vielleicht trivial klingen mag, hat eigentlich eine sehr tiefe Bedeutung innerhalb der sozialen Gesundheit. Denn Freundschaft ist, laut der einhelligen wissenschaftlichen Meinung, eine Beziehung, „die auf gegenseitiger Sympathie, Vertrauen und Unterstützung beruht, nicht aber auf Verwandtschaft oder einem sexuellen Verhältnis“.

Im Klartext also die buchstabengetreue Erfüllung der oben genannten Definition vom „selbst aussuchen“. Doch warum ist Freundschaft für die soziale Gesundheit so wichtig? Auch hier spielen einmal mehr unterschiedlichste Faktoren eine Rolle:

Einen Kontakt besitzen, der mit einem in vielen Ansichten auf „gleicher Wellenlänge“ liegt. Das ist wichtig, um Bestätigung zu bekommen und sich über seine Interessen und Neigungen auszutauschen.

Eine Vertrauensperson, die nicht zwingend ins eigene berufliche und familiäre Umfeld eingebunden ist, die aber trotzdem eng genug ist, um mit ihr über diese Dinge sprechen zu können.

Und vor allem in den heutigen Zeiten, in denen die Kernfamilie in ihrer Gewichtung an Bedeutung verliert, kommt häufig noch ein weiterer Faktor hinzu: Freunde werden ob ihrer Nähe zu einer Art Ersatzfamilie, mit denen man ähnlich viel Freude und Leid teilt wie mit Blutsverwandten (welchen man schon durch die räumliche Distanz mitunter regelrecht entfremdet ist).

Tatsächlich ist Freundschaft aber auch eine Herausforderung. Denn im Gegensatz zum Verwandtschafts- oder auch kollegialen Kontakt gibt es hier kein äußeres Korsett, welches die Beziehung auch dann zusammenhält, wenn die persönlichen Faktoren nicht mehr in der Waage liegen. Das einzige, was Freundschaft zusammenhält ist die Freundschaft und ihre regelmäßige Bestätigung und Erneuerung. Daher empfiehlt es sich, sich ihr wenigstens wöchentlich zu widmen und echte Freundschaftspflege zu betreiben.

In der Tierwelt wurde jüngst durch eine Studie belegt, dass sich der soziale Kontakt zu anderen positiv auf die eigenen kognitiven Fähigkeiten auswirken kann. Ob diese Erkenntnis auch auf den Menschen übertragen werden kann, bleibt derzeit noch offen.

Wie sozial sind die „sozialen Medien“?

Bereits im Eingangstext wurde angesprochen, dass psychosoziale Gesundheit heute oftmals unter einer Auslagerung auf soziale Medien leidet. Tatsächlich ist dies ein so immenses Problem, dass sich dieser gesamte Abschnitt damit befassen muss.

Verstärken soziale Medien die Isolation?

Auf diese Frage gibt es leider nur eine Antwort: Ja! Denn obwohl soziale Medien für sich in Anspruch nehmen, für das genaue Gegenteil verantwortlich zu sein, indem sie es dem Nutzer ermöglichen, jederzeit und ohne Ansicht von räumlicher Distanz mit Freunden, Bekannten, Familie in Verbindung zu treten, machen sie tatsächlich physisch einsam.

Was dahintersteckt, ist ein klassischer Placebo-Effekt: Wir fühlen uns dadurch, dass wir via Facebook, oder Twitter am Leben unserer „Freunde“ (eigentlich wäre Friendlist die treffendere Bezeichnung) teilhaben, als aktives Mitglied ihres Lebens. Tatsächlich liefert die Nutzung dieser Online-Plattformen jedoch eine buchstäblich virtuelle Umgebung. Die Freundschaftspflege mit all ihren Vorteilen läuft also nicht von Angesicht zu Angesicht ab, sondern nur in einer Art Reagenzglas abgeschottet von der realen Welt.

Man sieht zwar die Urlaubsbilder, die ein Freund postet. Das ist jedoch nicht das Gleiche, als würde man mit ihm bei einem Kaffee am Küchentisch sitzen und sich die Urlaubseindrücke „Live und in Farbe“ erzählen lassen.

Von der wissenschaftlichen Seite steckt das Thema noch in den Anfängen. Allerdings fanden Verhaltensforscher bereits in einer empirischen Studie heraus, dass junge Menschen, die öfter Social Media nutzen, wesentlich häufiger unter einem Gefühl der Isolation leiden als solche, für die Facebook nur nachgeordnete Bedeutung in der Freundschaftspflege besitzt. Das liegt mutmaßlich in der Flut von Erlebnissen begründet, die man hier präsentiert bekommt. Man sieht gepostete Ausschnitte aus dem Leben von Freunden.

In der Summe wirkt das auf unsere Psyche so, als hätten „alle anderen“ ein besseres, aufregenderes, ereignisreicheres Leben. Das befeuert Isolationsgefühle und den Glauben, von aller Welt regelrecht abgeschnitten zu sein, weil unser Gehirn ignoriert, dass auch unsere Freunde nur solche Dinge veröffentlichen, die für sie selbst aus dem Alltags-Einerlei herausragen.

Die definitiven Nachteile der Online-Zeit

Des Weiteren kommt, gerade bedingt durch die räumliche Trennung, auf den sozialen Netzwerken noch ein anderer Faktor hinzu: Ein vermehrt ruppiger, nachgerade „unsozialer“ Umgangston miteinander. Sprachwissenschaftler beklagen schon seit langem, dass die Digitalisierung negative Auswirkungen auf die Kommunikationsfähigkeit habe. LOL, ROFL und andere sprachlichen Auswüchse mag man zwar noch als evolutionäre Weiterentwicklung der Sprache in den digitalen Raum ansehen.

Fakt ist aber, dass räumliche Trennung, die Möglichkeiten der Verschleierung der eigenen Identität dazu geführt haben, dass Hemmschwellen in der digitalen Kommunikation sinken. Dies nicht nur in der reinen Art der Ansprache, sondern auch bei der Schwelle dieser.

Durch die Anonymisierung fällt es vielen leichter, sich zu bestimmten Themen in der Öffentlichkeit zu äußern. Gleichzeitig ist über die Vernetzung und Größe der Plattformen eine sehr große Reichweite möglich.

Hinzu kommt auch noch eine rein zeitliche Perspektive: Jede Minute, die man innerhalb der sozialen Netzwerke verbringt, verpasst man etwas, das draußen im realen Leben stattfindet. Und so sehr Digitalisierungs-Befürworter dies auch negieren möchten, die menschliche Psyche vermag sehr gut einen Unterschied zwischen digital und analog auszumachen.

Soziale Medien gesund nutzen

Es wäre ein Leichtes, an dieser Stelle für schlichte Social-Media-Abstinenz die Werbetrommel zu rühren. Tatsache ist jedoch, dass dies in der heutigen Welt schlicht kaum noch möglich ist und dadurch mit weiteren, mitunter umfassenderen Nachteilen im realen Leben verbunden wäre. Schließlich bringen diese Medien auch einen gewissen Nutzen mit sich. Und das Verweigern einer Nutzung führt auch dazu an einem nicht unerheblichen Teil des (digitalen) sozialen Lebens vieler Menschen gar nicht erst teilhaben zu können.

  • Doch es ist zwingend notwendig, je weniger Realwelt-Kontakt man hat, umso vorsichtiger die sozialen Netze zu nutzen:
  • Eine scharfe zeitliche Begrenzung. Experten empfehlen, die wöchentliche Nutzung auf eine Stunde zu begrenzen.
  • Kein Ersetzen von Realwelt-Kontakten durch Facebook-Freundschaftspflege, sondern reine Ergänzung.
  • Keine langwierigen Gespräche mit Freunden über Messenger, sondern diese nur zur Anbahnung von Telefongesprächen oder noch besser vis-à-vis-Kontakten nutzen.
  • Sich nicht auf öffentliche Diskussionen einlassen. Alleine schon aus Datenschutzgründen.
  • Facebook und Co. nicht via App auf jedem zur Verfügung stehenden Gerät nutzen (senkt die Nutz-Hemmschwelle), sondern am besten nur von zuhause aus darauf zugreifen.

Vor allem empfindsame Menschen, die unter den Online-Umgangsformen leiden, sei zudem noch ein Rat auf den Weg gegeben: Was dort geschrieben wird, würden die allermeisten Menschen sich nicht trauen, es von Angesicht zu Angesicht auszusprechen. Diese Verrohung beschränkt sich weitestgehend auf die digitalen Plattformen.

Mit positiver Lebenseinstellung gesund bleiben?

Ein finaler Punkt umfasst die eigene Einstellung zur sozialen Gesundheit. Das Problem manifestiert sich darin, dass diese für viele Menschen noch nicht die gleiche Bedeutung wie physische Gesundheit hat – obwohl ja bereits erklärt wurde, dass beides untrennbar miteinander verbunden ist. Wenn wir die Praxis des Hausarztes verlassen, desinfizieren wir uns selbstverständlich die Hände. Nach dem Einkauf und dem Anfassen des Einkaufswagens waschen wir uns dieselbigen.

Gleiches „Reinigen“ muss auch auf einer psychischen Ebene erfolgen. Und zwar durch eine positivere Lebenseinstellung. Mehr auf andere zugehen, an Problemen arbeiten, statt sich zu drücken. Sich mehr über die eigene Lebensqualität definieren, als über Beruf oder sonstige Statussymbole.

Letzen Endes dreht sich der Kern der sozialen Gesundheit nur um wenige Dinge: Mit sich und der Welt im reinen zu sein. Die Dinge zu akzeptieren, die unabänderlich sind und jene zu verbessern, die zu verbessern sind. Das klingt zwar schwierig, aber mit wenigen guten Freunden und einem intakten Verhältnis zu den engsten Familienmitgliedern lässt es sich absolut bewältigen.

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