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Gesellschaft+Psychologie

Friedenskiller Korruption

Bestechung zersetzt Staaten. Wenn sich Polizisten von Mafiabossen schmieren lassen, Richter gegen Geld Prozesse entscheiden und Politiker ihrer Familie in gut bezahlte Regierungsjobs hieven, verlieren Menschen das Vertrauen in den Staat, Unsicherheit und Unruhe entstehen.

Korruption breitet sich leichter in Ländern aus, die von Autokraten und Oligarchen beherrscht werden, dagegen kaum in demokratischen Staaten, in denen Transparenz, Teilhabe, Gleichberechtigung und Rechtsstaatlichkeit garantiert sind. Jedes Jahr veröffentlicht die Nichtregierungsorganisation Transparency International ihren Korruptionswahrnehmungsindex für die meisten Länder der Welt. „Schwache und instabile Staaten, die von Krieg und andauerndem Konflikt gezeichnet sind, rangieren am unteren Ende des Index“, erklärt die Organisation. „Dieses Ergebnis zeigt, dass die korruptesten Länder am meisten von langandauernden Konflikten geplagt werden.“

Hinzu kommt: In demokratischen und friedlichen Gesellschaften liegt die Lebenserwartung deutlich höher als in kriegsgebeutelten Ländern. Unabhängig vom jährlichen Bruttoinlandsprodukt eines Landes und dem Bildungsgrad seiner Bürger beeinflussen Frieden und die Wahrung der Menschenrechte die Lebenserwartung. Das belegt auch der aktuelle Bericht des Small Arms Survey (Kleinwaffen-Untersuchung), einer Forschungsinitiative mehrerer Regierungen an der schweizerischen Hochschuleinrichtung Graduate Institute Geneva. In ihrem Report „The Global Burden of Armed Violence“ („Die weltweiten Kosten der Waffengewalt“) von 2015 betonten die Berichterstatter, dass in Ländern mit viel Waffengewalt die Lebenserwartung niedrig ist. Als Beispiel: In Kolumbien, El Salvador und Venezuela wäre ohne Waffengewalt die Lebenserwartung im ersten Jahrzehnt der 2000er-Jahre um 10, 14 und 16 Monate höher gelegen.

 

Platzierung im Weltfriedensindex (Mitte 2016)

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Land

Platzierung im Korruptions­wahrnehmungsindex  (2015)

Durchschnittliche Lebenserwartung (ab Geburt, bei Männern und Frauen in Jahren, 2015)

1

Island

13

82,7

2

Dänemark

1

80,6

3

Österreich

16

81,5

4

Neuseeland

4

81,6

5

Portugal

28

81,1

6

Tschechische Republik

37

78,8

7

Schweiz

7

83,4

8

Kanada

9

82,2

9

Japan

18

83,7

10

Slowenien

35

80,8

16

Deutschland

10

81

154

Libyen

161

72,7

155

Sudan

165

64,1

156

Ukraine

130

71,3

157

Zentralafrikanische Republik

145

52,5

158

Jemen

154

65,7

159

Somalia

167

55

160

Afghanistan

166

60,5

161

Irak

161

68,9

162

Südsudan

163

57,3

163

Syrien

154

64,5

(Quellen: Institute of Global Economics and Peace; WHO; Small Arms Survey)

 
   

  
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© wissenschaft.de – Karin Schlott
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Wissenschaftslexikon

Er|öff|nungs|pe|ri|o|de  〈f. 19; Med.〉 Eröffnung des Geburtsweges, Beginn der Geburt

Fel|sen|blüm|chen  〈n. 14; Bot.〉 Angehöriges einer artenreichen Gattung der Kreuzblütler mit weißen od. hellgelben Blüten: Draba

Ab|wehr|re|ak|ti|on  〈f. 20; Med.; Verhaltensforschung〉 Handlungsweise od. Verhalten zur Abwehr

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