Grüne Hoffnung für die Welternährung - wissenschaft.de
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Grüne Hoffnung für die Welternährung

In Erbse und Co steckt Potenzial für die Welternährung. (Bild: hidesy/iStock)

Der Nahrungsbedarf steigt enorm – wie lässt sich die wachsende Erdbevölkerung in Zukunft versorgen? In der März-Ausgabe rückt bild der wissenschaft das Potenzial der Pflanzen für die Ernährung der Menschheit in den Fokus: Das Titelthema zeigt auf, wie sich Erträge steigern lassen, welche Pflanzen verstärkt nutzbar wären und was neue Ansätze in der Gentechnik leisten können. Außerdem könnten Pflanzen in einer speziellen Form zunehmend an Bedeutung in der Ernährung gewinnen: umgewandelt in künstliches Fleisch.

Die Lage wird immer kritischer: Prognosen zufolge könnte die Weltbevölkerung Mitte des Jahrhunderts die Zehn-Milliarden-Marke durchbrechen. Bis Entwicklungen greifen, die das weitere Bevölkerungswachstum eindämmen, muss deshalb immer mehr Nahrung produziert werden. Doch die Rahmenbedingungen dafür verschlechtern sich: Die Folgen des Klimawandels erschweren die Landwirtschaft in vielen Regionen und auch ein weiterer Trend erscheint bedenklich: Die Nachfrage nach Fleisch steigt stark. Mit diesem Aspekt befasst sich der erste Artikel des dreiteiligen Titelthemas: Der bdw-Autor Jan Berndorff berichtet darin über das Potenzial von „vegetarischem“ beziehungsweise künstlichem Fleisch.

Wie der Autor zunächst verdeutlicht, sind mit dem traditionellen Fleischkonsum mehrere kritische Aspekte verknüpft. Für die Welternährung ist dabei vor allem wichtig: Durch Fleisch lassen sich viel weniger Menschen ernähren als mit den Nahrungsmitteln, die für seine Produktion nötig sind. Darüber hinaus steigert die Fleischproduktion den landwirtschaftlichen Flächenbedarf und sorgt für Treibhausgasemissionen. Außerdem entsteht Tierleid und auch für die Gesundheit ist hoher Fleischkonsum schädlich.

Von Fleischersatz, Waisenpflanzen und Genome Editing

Schon lange gibt es deshalb bekanntlich Ersatzprodukte. Doch Fleischliebhaber ließen sich von Veggi-Burger und Co bisher kaum begeistern, da Geschmack und Konsistenz nicht dem Vorbild entsprachen. Doch wie Berndorff berichtet, hat sich in der letzten Zeit einiges auf diesem Gebiet getan. Er berichtet über neue Verfahren und Konzepte bei der Verarbeitung pflanzlicher Rohstoffe zu immer raffinierteren Fleischersatz-Produkten wie Veggie-Hack und -Wurst. Schmackhafte Steaks oder Filets auf vegetarischer Basis bereiten den Produzenten aber noch Probleme. In diesem Fall könnte Kunstfleisch aus dem Labor zur Alternative werden. Dabei entsteht Fleisch aus tierischen Zellen mithilfe von Stammzellkulturen. Welche Konzepte es dabei momentan gibt, welches Potenzial das Zuchtfleisch hat und welche Hürden zu überwinden sind, verdeutlicht Berndorff im Artikel „Fleisch ohne Tier“.

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Im zweiten Teil des Titelthemas rücken die bdw-Autoren Vivien Kring und Ludger Weß das Potenzial von bisher unterschätzten Pflanzen für die Welternährung in den Fokus. Diese Pflanzen werden wegen der mangelnden Beachtung als „Orphan Crops“ oder „Waisenpflanzen“ bezeichnet. Es handelt sich um Nutzpflanzen mit hohem Nährwert, die in manchen Regionen zur Grundernährung beitragen, aber auf dem Weltmarkt kaum gehandelt werden. Wie die Autoren berichten, haben einige dieser Pflanzen vielversprechende Eigenschaften, die eine gezielte Änderung dieses Status rechtfertigen. Sie präsentieren eine Liste von fünf Waisenpflanzen, die das Potenzial haben, die Ernährung der Welt zu verbessern.

Abgerundet wird das Titelthema von einem Blick auf einen aktuellen Trend in der Gentechnik, der zu höheren Erträgen im Pflanzenanbau führen könnte: „Genome Editing“. Dabei werden keine fremden Gene in Pflanzen eingefügt, wie bei früheren Verfahren. Es beschleunigt stattdessen Grundprinzipien, auf denen auch die klassische Pflanzenzucht basiert. Beim „Genome Editing“ werden durch genetische Werkzeuge gezielt bestimmte Erbanlagen ausgeschaltet oder angepasst. Ohne langwierige Zuchtverfahren lassen sich Pflanzen dadurch stresstolerant machen oder mit einem höheren Nährstoffgehalt ausstatten.

Mehr erfahren Sie in der März-Ausgabe von bild der wissenschaft, die ab dem 18. Februar im Handel erhältlich ist.

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