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Gesellschaft+Psychologie

So lassen sich Forschungsansätze finanzieren

Laborszene
Ganz egal, ob Forschung im Labor passiert oder in Afrika, in Grönland oder sogar im Weltall. Eines eint all diese Projekte: Sie müssen finanziert werden - über Stipendien, einen Kredit oder ein Crowd-Funding-Modell. (Foto: pixabay.com, jarmoluk)
Forschung kostet in den meisten Fällen viel Geld. Das bedeutet für alle jene mit dem „richtigen“ Riecher nach nützlichen, sinnvollen und zielführenden Erfindungen, dass sie sich auch überlegen müssen, wie die eigene Forschung finanzierbar wird. In der Praxis kursieren die unterschiedlichsten Modelle dazu.

Stipendien für die medizinische Forschung

Dr. Britta Eiberger erhielt im Jahr 2012 ein Graduierten-Stipendium der Novartis Stiftung. Ihr Ansatz: Sie verfolgte die Wirkung des Proteins Mtss1 auf Kleintumore bei Kindern. Eben dieses Protein ist – laut dieser Meldung – für die Reifung und Teilung von Nervenzellen im Gehirn der Kinder zuständig, was einen möglichen Therapieansatz darstellt. Die promovierte Molekulargenetikerin erhielt 8.000 Euro für ihre therapeutische Forschung. Bekannt ist die Wissenschaftlerin nicht nur aufgrund ihrer Forschung, sondern auch, weil sie als dreifache Mutter den Spagat lebt, Karriere und Familie unter einen Hut zu bekommen.

Fazit: Wer einen Forschungsansatz in Händen hält oder vor Augen hat, kann diesen über ein sogenanntes Forscher-Stipendium refinanzieren. Formulare, Merkblätter und andere wissenswerte Informationen rund ums Forschungsstipendium hält die Deutsche Forschungsgemeinschaft online vor. Darüber hinaus vergeben auch Pharmaunternehmen Forschungsstipendien, die in der Regel thematisch gebunden sind.

Fremdmittel beschaffen: Diese Kredit-Optionen gibt es

Klassischerweise ist der Bildungskredit die erste Wahl, wenn es darum geht, Leben und Unterhalt zu finanzieren, wenn ein Studienprojekt oder eine wissenschaftliche Arbeit anzufertigen oder fertigzustellen ist. Die ohnehin nur minimal verfügbare Zeit soll in die Forschung, das Studium und die Aufbereitung der Studieninhalte fließen – und kann nicht in einen bezahlten Job investiert werden. Die Krux daran ist, dass dennoch der Lebensunterhalt zu meistern ist. In diesen Lebensphasen nutzen Studenten gerne den sogenannten Bildungskredit, der auf 24 Monatsrate gedeckelt ist.

Tipp: Zweckgebundene Kredite wie etwa der Bildungskredit sind häufig mit Auflagen und Voraussetzungen verbunden, die es im Vorfeld zu erfüllen gilt. Eine alternative Lösung ohne Auflagen und ohne Vorkosten ist der Barkredit, der ebenfalls dazu dienen kann, einen vorübergehenden, finanziellen Engpass zu überbrücken.

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An die Gemeinschaft appellieren: Crowd-Funding

Was auf die ältere Generation vor allem befremdlich wirkt, bahnt sich mittlerweile einen Weg in die Riege der Finanzmittel-Beschaffungsoptionen. Die Rede ist vom Crowd-Funding. Crowd-Funding bedeutet, dass nicht ein Investor die Finanzierung eines Projekts übernimmt, sondern eine ganze Gruppe von Investoren sich zusammentut: Sie teilen das Risiko, sie teilen eine etwaige Rendite. Plattformen, auf denen sich potentielle Investoren und Projektvertreter „treffen“ können, gibt es im Internet mittlerweile zuhauf. Auch zeigt dieser Bericht schlaglichtartig, wie viele erfolgreiche Crowd-Funding auf wissenschaftlichem Boden bereits gestartet wurden.

  • Ein Projekt aus dem Bereich Kultur- und Literaturgeschichte. Anne Schelhorn begab sich – finanziert über Crowdfunding – auf die Reise nach Afrika, bzw. um genauer zu sein auf die Spuren der afrikanischen Literatur, die dort vor allem mündlich weitergegeben wird. Ihre Reise führte die Doktorandin in Archive, aber auch zu den Menschen vor Ort, mit denen sie Interviews führte, die sie auf Video festhielt.
  • Ein Projekt der Geschichte. Sascha Förster hatte die Chance durch Crowdfunding ein Projekt weiterzuführen, das sicherlich so mancher Wissenschaftler gerne weiter betreut hätte. Zwischen 1952 und 1961 wurde eine Studie mit Kriegskindern durchgeführt. Der Psychologe konnte mit den entsprechenden Finanzmitteln nun die Suche nach den heute vermutlich 70-jährigen Studienteilnehmern wieder aufnehmen.
  • Ein Projekt der Tierforschung. Lydia Möchlinghof konnte – finanziert als Crowdfunding-Projekt – die Verhaltensweise des Großen Ameisenbären erforschen. Das Tier ist nicht nur eine Besonderheit, die in Brasilien lebt, sondern ist auch vom Aussterben bedroht. Die Biologin konnte zahlreiche spannende Momente in einer Foto- und Video-Dokumentation festhalten.
  • Ein Projekt zum Thema Klimawandel. Ein Berliner Professor hat für ein Forschungsprojekt in Grönland 12.000 Euro via Crowdfunding eingesammelt. Seine Intention hat Dr.-Ing. Wilfried Korth bereits im Vorfeld genau erklärt: Er will – mithilfe seines Forschertrupps – erkunden, was passiert, wenn das Inlandeis auf Grönland
  • Ein Projekt, das Raumfahrt und Pflanzenkunde verbindet. Begonnen haben die Schüler der Ravensburger Edith-Stein-Schule ihr Projekt im Rahmen von „Jugend forscht“. Anschließend sammelten sie via Crowdfunding 40.000 Euro ein, um V3PO weiterzutreiben. Was sich hinter diesem Buchstaben-Zahlen-Code versteckt, ist die Idee zu erforschen, wie Pflanzen sich in der Schwerelosigkeit einer Raumstation vermehren können. Sinnhaft ist die Idee allemal, denn sie könnte den Astronauten dieser Zeit die Möglichkeit bieten, frisches Gemüse anzubauen.

30.01.2019

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