Spekulation auf den Hunger - wissenschaft.de
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Gesellschaft+Psychologie

Spekulation auf den Hunger

„Grabbing“ bedeutet auf Deutsch „gierig an sich reißen“. Landgrabbing, gierige Landnahme, ist weltweit ein ernstes Problem geworden. Immer mehr Ackerland meist armer Nationen fällt in die Hände ausländischer Investoren, die dort industrielle Landwirtschaft betreiben. Wie groß die Flächen sind, die der ansässigen Bevölkerung verloren gehen, weiß niemand so genau. Schätzungen reichen von der Größe Deutschlands bis zu einem Vielfachen davon.

Fred Pearce, englischer Wissenschaftsjournalist und Bestseller-Autor („Wenn die Flüsse versiegen“) wollte genau wissen, was es mit dem Landgrabbing auf sich hat. Er ist um die Welt geflogen und hat in über 20 Ländern Afrikas, Asiens, Lateinamerikas und Europas nachgeforscht. Dabei kam er nicht als investigativer Journalist, sondern als nüchterner Beobachter. Seine Reportagen zeigen drastisch, welche fatalen Auswirkungen die Spekulationen mit Grundnahrungsmitteln für Millionen arme Menschen haben. Sie müssen nicht nur hungern, weil Reis und Weizen zu teuer werden. Sie verlieren auch ihr Land, das sie ernährt. Jackson Oware im Yala-Sumpf Kenias ergeht es da nicht besser als Mey Mao in Kambodscha.

Der Leser bekommt kein Schwarz-Weiß-Bild vorgesetzt, sondern lernt, warum Investoren in der Fremde Ackerland kaufen oder pachten, und was solche Deals für die Menschen bedeuten, die dort leben. Die spannenden Reportagen könnten das Lesen zu einem Vergnügen machen – wenn das Thema nicht so sehr unter die Haut gehen würde. Klaus Jacob

Fred Pearce LANDGRABBING Verlag Antje Kunstmann München 2012, 397 S., € 22,95 ISBN 978–3–88897–783–1

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