Ernährungstipp Äpfel sind gesund - wissenschaft.de
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Ernährungstipp

Äpfel sind gesund

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Äpfel
Gegen zu hohe Cholesterinwerte gibt es Medikamente. Die helfen zwar, bringen aber auch unangenehme Nebenwirkungen mit sich. Dabei ließe sich auch eine natürliche „Arznei“ einnehmen, die genauso gut wirkt, lecker schmeckt und keine Nebenwirkungen hat.

Vor diesem Hintergrund haben Adam Briggs von der University of Oxford in England und seine Kollegen nun untersucht, ob es nicht auch einfacher und gesünder geht: Indem man statt einer Tablette einfach vorbeugend pro Tag einen Apfel isst – wie schon vor 150 Jahren empfohlen. Denn auch eine obstreiche Ernährung trägt dazu bei, den Cholesterinspiegel zu senken und hat eine positive Wirkung auf die Gefäßgesundheit.

Für ihre Studie entwickelten die Forscher ein mathematisches Modell, das die Wirkung der Statine auf den LDL-Wert und die Gefäßgesundheit einerseits, und den Effekt des Apfels auf Cholesterin und Gesundheit andererseits berücksichtigt. Beiden Kalkulationen lagen in großen Studien ermittelte Zusammenhänge zugrunde, in allen Fällen war die tägliche Kalorienaufnahme gleich.

Tabletten schlucken oder besser Äpfel kauen?

„Wir haben nun errechnet, was passieren würde, wenn alle über 50-jährigen Einwohner Großbritanniens entweder einen Apfel pro Tag oder aber eine Statin-Tablette zu sich nehmen würden“, erklären die Forscher. Das Ergebnis: Von den rund 17,6 Millionen über 50-Jährigen würden immerhin 8500 weniger an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung sterben, wenn sie täglich einen Apfel essen. Und das sogar bei Berücksichtigung der 30 Prozent, die im Normalfall schummeln würden und den Apfel häufiger weglassen.

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Der Vergleichsfall mit einer Statin-Tablette täglich brächte nur wenig bessere Ergebnisse: Sie würde geschätzte 9400 Menschen vor dem Tod durch eine Gefäßkrankheit bewahren, wie die Forscher berichten. Dafür würden allerdings Tausende unter den statintypischen Nebenwirkungen leiden: 1200 zusätzliche Fälle von Muskelerkrankungen und 12.300 Fälle von Diabetes errechneten die Wissenschaftler für den Statinfall.

Das Ergebnis zeige, dass selbst kleine Änderungen in der Ernährung signifikante Auswirkungen auf die Gesundheit haben können. „Der genial simple und klare Gesundheitstipp aus der viktorianischen Ära hat ganz klar den Test der Zeit bestanden“, konstatieren Briggs und seine Kollegen. Apfel und Statin tragen ähnlich gut dazu bei, einer Gefäßerkrankung vorzubeugen – und beim Apfel muss man im Gegensatz zum Medikament keine schwerwiegenden Nebenwirkungen befürchten.

Die Wissenschaftler betonen aber, dass dies nicht bedeute, dass diejenigen, die Statine vom Arzt beschrieben bekommen haben, damit nun aufhören sollten. Es könnte aber sicher nicht schaden, wenn sie trotzdem mehr Obst essen würden – möglicherweise lässt sich dann ihre Dosis sogar verringern.

Nadja Podbregar

Quelle: Adam Briggs (University of Oxford) et al., BMJ-British Medical Journal, doi: 10.1136/bmj.f7267

Foto: Fotolia/Dionisvera

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