Was macht Schokolade mit unserem Gehirn? Feuerwerk aus Schokolade - wissenschaft.de
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Was macht Schokolade mit unserem Gehirn?

Feuerwerk aus Schokolade

Ein bekannter Botenstoff ist das allgemein als „Glückshormon“ bezeichnete Serotonin. „Je mehr Serotonin vorhanden ist, umso besser ist unsere Stimmung. Die Vorstufe dieses Stoffes, das Tryptophan, ist in zahlreichen Lebensmitteln, etwa in Schokolade, Bananen, Fisch, Milchprodukten, Geflügel und Eiern enthalten“, erklärt der Experte. Dieser Zusammenhang stütze zum Beispiel die Behauptung, dass Schokolade glücklich mache.

Darüber hinaus sind für ihn aber noch weitere Botenstoffe von Interesse: Cannabinoide, die eine appetitsteigernde Wirkung besitzen, Noradrenalin und Dopamin sowie außerdem appetithemmende Substanzen wie zum Beispiel Kokain.

Insbesondere das Dopamin ist für die Lust – nicht nur am Essen – zuständig. „Ohne Dopamin, Noradrenalin und Serotonin könnte unser Gehirn keine Informationen verarbeiten. Ihr individuell unterschiedliches Zusammenspiel schafft Zufriedenheit und mentale Balance“, so Hesse. „Außerdem steuern die Wechselwirkungen all dieser Botenstoffe, die wir mit PET untersuchen, Appetit, Sättigung und sie bestimmen die Nahrungswahl.“ Er nimmt deshalb an, dass sich das Gleichgewicht zwischen den Botenstoffen auch in einer ausgeglichenen Ernährung wiederfinden muss – ganz nach dem Motto „der Körper holt sich genau das, was er braucht“. So ist es umgekehrt durchaus vorstellbar, dass spezielle Diäten zu veränderten Konzentrationen dieser Stoffe führen könnten.

Essen und Fettleibigkeit hängen mit der Aktivierung bestimmter Hirnareale zusammen. Das hat die moderne Neurowissenschaft bereits nachgewiesen. Was das Essen im menschlichen Gehirn bewirkt, ist am deutlichsten im Hypothalamus erkennbar: „Das ist das für die Gewichtsregulation offenbar bedeutsamste Hirnareal. Entwicklungsgeschichtlich ist sie eine sehr alte Region, sie steuert viele grundlegende Bedürfnisse wie Hunger und Durst“, sagt Dr. Hesse. Außerdem veranlasst der Hypothalamus die Produktion des Stresshormons Cortisol, das uns in Gefahrensituationen mit Kampf oder Flucht reagieren lässt. Dauerstress, so weiß man heute, führt langfristig zur Gewichtszunahme, weil die Zuckeraufnahme des Körpers gestört ist und vermehrt Fette aufgenommen werden. „Stress führt bei Schlanken zu moderatem, bei Dicken jedoch zu einem starken Cortisolanstieg, sodass Unterschiede in der Cortisolproduktion – besonders unter chronischer Belastung – anzunehmen sind. Diese Unterschiede wollen wir zur Verfügbarkeit des Serotonins im Gehirn mit ins Verhältnis setzen“, erklärt der Fachmann weiter.

Doch nicht nur Stress, sondern auch das Tageslicht hat erheblichen Einfluss auf unseren Appetit. „In der dunklen Jahreszeit steigt der Konsum von Süßigkeiten und gipfelt in den Tagen um Weihnachten in einer wahren Licht- und Zuckerorgie“, so Hesse. Das hängt damit zusammen, dass beide, Licht und Zucker das stimmungsaufhellendes Serotonin freisetzen. Der niedrige Serotonin-Spiegel lässt sich in der dunklen Jahreszeit gut durch Zucker erhöhen. „Erste Auswertungen unserer Untersuchung deuten daraufhin, dass es in Abhängigkeit vom Body-Mass-Index (BMI) einen Unterschied in der Verfügbarkeit der Serotonin-Bindungsstellen gibt: Personen mit einem höheren BMI weisen mehr Bindungsstellen im Hypothalamus auf als Menschen mit einem normalen BMI. Dies könnte Ausdruck eines Serotonin-Mangels sein, was bei Adipösen die erhöhte Zuckeraufnahme erklären würde“, so Hesse.

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Bild: Fotolia
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