Nachgefragt Heinz-Josef Schmitt - wissenschaft.de
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Gesundheit+Medizin

Nachgefragt Heinz-Josef Schmitt

Das Magazin „Impf-Report“ behauptet, die bei Maserninfektionen verabreichten Medikamente führten häufig zu schweren Komplikationen. Dazu äußert sich der Kinderarzt Heinz-Josef Schmitt, Professor für Infektiologie, Epidemiologie und Impfstoffentwicklung an der Universität Mainz und Vorsitzender der Ständigen Impfkommission am Berliner Robert-Koch-Institut.

Was ist dran an der Behauptung, ohne Fieber- und Hustenreiz senkende sowie beruhigende Medikamente gäbe es seltener schwerwiegende Komplikationen bei Masern?

Um eine statistisch tragbare, wissenschaftlich fundierte Aussage zu machen, müsste man – unter der Annahme, dass Hirnhautentzündung als schwerwiegende Komplikation gilt – den Verlauf der Masern bei 12 800 bis 50 000 Probanden beobachten. Dabei müsste man die Hälfte der Testpersonen mit Medikamenten behandeln, die andere Hälfte nicht. Betrachtet man weniger schwere Komplikationen, würde die Beobachtung von weniger Probanden ausreichen – es wären aber immer noch viel mehr nötig als die 112 Patienten in Ghana, von denen in dem Bericht im „ Impf-Report“ die Rede ist.

Auch in Bayern seien bei einer Epidemie mehr Kinder von Schulmedizinern als von Alternativmedizinern ins Krankenhaus eingewiesen worden, heißt es in dem Report.

Dazu wurden keine Daten publiziert. Das ist reine Spekulation, ein Eindruck, nichts mit verwertbarer Substanz.

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Eine öffentliche Petition der Impfkritiker an den Deutschen Bundestag fordert jetzt, als Reaktion auf den Bericht im „ Impf-Report“, die Aussetzung der offiziellen Impfempfehlung und neue Studien. Wäre das sinnvoll?

Es gibt überhaupt keinen Grund, gesunde Kinder nicht zu impfen. 1600 Masernfälle in Nordrhein-Westfalen sollten uns in Deutschland die Schamröte ins Gesicht treiben.

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