Nachgefragt Maximilian Reiser - wissenschaft.de
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Nachgefragt Maximilian Reiser

Radiologen warnen: Die neue europäische Richtlinie 2004/40/EC stuft die in der medizinischen Diagnostik angewandte Magnetresonanztomographie (MRT) als gefährlich ein. Das bildgebende Verfahren überschreitet die vorgesehenen Grenzwerte um ein Mehrfaches. Welche Folgen hat das? Wir fragten den Präsidenten der Deutschen Röntgengesellschaft, Maximilian Reiser.

Ist Magnetresonanztomographie gefährlich?

Es treten keine akuten oder chronischen Gesundheitsschäden auf. Durch MRT können extrem selten bei den Patienten Lichtblitze oder Muskelzuckungen auftreten. Das ist aber nicht gesundheitsgefährdend. Würde die Richtlinie umgesetzt, dann könnten wir nur noch mit Röntgenstrahlung arbeiten. Damit würden wir aber ein hypothetisches Risiko, von dem uns niemand sagen kann, worin es überhaupt besteht, gegen ein reelles Risiko eintauschen.

Hat die EU das nicht bedacht?

Die Richtlinie gilt für alle Arten elektromagnetischer Strahlung und Anwendungen, insbesondere in der Industrie. Sie gilt aber nur für die Mitarbeiter. Die geplanten Grenzwerte für dynamische Magnetfelder sind jedoch so niedrig, dass jemand, der einen Patienten lediglich zur Untersuchung im Standardtomographen mit einer Feldstärke von 1,5 Tesla vorbereitet, schon zu viel elektromagnetischer Strahlung ausgesetzt ist. Es dürfte daher niemand bei einer Untersuchung anwesend sein. Bei Kindern aber brauchen wir oft Schwestern oder Anästhesisten.

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Kann man die Umsetzung der EU-Richtlinie in deutsches Gesetz noch aufhalten?

Im Berliner Gesundheitsministerium hat man das Thema immerhin aufgenommen. Und einige deutsche Abgeordnete des EU- Parlaments haben sehr positiv auf unseren Hilferuf reagiert. Ich habe erstmals das Gefühl, dass etwas in Bewegung kommt.

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