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Nutzt das Wissen über Pflanzenmedizin!

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Argemone mexicana, der Mexikanische Stachelmohn ist wirksam gegen Malaria. (Foto: yands/iStock)
Die meisten Menschen auf der Welt nehmen gegen Leiden eine Pille oder einen Tee aus Heilkräutern ein. In Afrika, Südamerika und Asien – der Pharmaindustrie mag es missfallen – sind pflanzliche Zubereitungen bei Beschwerden bis heute weit verbreitet und haben einen hohen Stellenwert.

Man nehme Malaria in Mali. Tabletten bekommen die Menschen in den zumeist ärmlichen Gegenden gar nicht und wenn, haben sie oft nicht das Geld dafür. Ihnen sind aber sage und schreibe 66 Pflanzen geläufig, die gegen das Mückenfieber helfen, staunte Merlin Willcox von der University of Oxford , als er sich bei Dorfbewohnern erkundigte.

Daraus entwickelte der britische Mediziner eine unkonventionelle Idee: Noch mehr unbezahlbare Pillen brauchen diese Menschen nicht, fand er. Wirklich hilfreich wäre es, die traditionelle Medizin auf eine neue Stufe zu heben und die Menschen zu fragen, was wirkt, und in einer klinischen Studie die bevorzugten Heilkräuter gegeneinander zu testen. „Reverse pharmacology“ – umgekehrte Pharmakologie – nennt er diesen neuen Ansatz ausgehend vom Wissen ethnischer Gruppen. Beim Weltkongress für Integrative Medizin in Berlin Anfang Mai 2017 gab es viel Lob für sein Konzept.

Die wirksamste Heilpflanze

Und beim Malaria-Projekt in Mali fruchtete es. Die wirksamste Heilpflanze unter allen 66 Kräutern war der Mexikanische Stachelmohn, Argemone mexicana, den der Heiler des Dorfes in großen Mengen zu trinken empfahl. In Willcox‘ Studie erwies sich diese Heilkur bei Kindern als fast genauso effektiv wie die klassische Therapie mit Arzneien. Wenn die Menschen keinen Zugang zu Medikamenten haben, empfiehlt die Regierung des Landes seither den Aufguss aus den Blättern als preiswerte Alternative. Und weil die Krankheitserreger immer häufiger resistent gegen die bewährte konventionelle Therapie sind, könnte der Stachelmohn sogar dieses Problem eindämmen.

400.000 Euro kostete die Entwicklung der verbesserten Pflanzenmedizin, während ein neues Medikament etliche Millionen aufzehrt und den Menschen Afrikas, Asiens und Südamerikas selten etwas bringt, erzählte Willcox beim Kongress in Berlin.

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Projekt mit Bravur abgeschlossen, und nun? „Mehr davon“, möchte man rufen. Nur bitte nicht im kurzatmigen Takt von Forschungsanträgen. Vielmehr braucht es eine groß angelegte, langfristige Initiative zur Verbreitung der „Umgekehrten Pharmakologie“.

© wissenschaft.de – Susanne Donner
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