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Parkinsonpatienten haben häufig Halluzinationen

Fast ein Fünftel aller Parkinson-Patienten entwickelt Halluzinationen, während mehr als ein Drittel unter Schläfrigkeit leidet. Das haben amerikanische Wissenschaftler um Kevin Biglan in einer Studie an rund dreihundert Patienten nachgewiesen und gleichzeitig die Risikofaktoren für diese Begleitsymptome aufgezeigt.

Für ihre Studie hatten die Wissenschaftler Patienten im Frühstadium der Parkinson-Krankheit über vier Jahre untersucht. Die Betroffenen waren im Schnitt 61 Jahre alt und bekamen entweder L-Dopa oder Pramipexol, zwei Wirkstoffe, die im Gehirn den Botenstoff Dopamin ersetzen sollen. Von diesem Stoff wird bei den Patienten durch das Absterben von Nervenzellen zu wenig produziert. Obwohl zu Beginn der Studie keiner der 301 Patienten über Halluzinationen geklagt hatte, entwickelten sich diese im Lauf der vierjährigen Untersuchung bei einem Fünftel der Betroffenen. Zudem litt mehr als ein Drittel der Patienten unter Schläfrigkeit, und fast die Hälfte erlebte im Lauf der Zeit Schwellungen.

Schläfrigkeit trat häufiger auf, wenn die Patienten viele gesundheitliche Probleme hatten, männlich waren und den Wirkstoff Pramipexol bekamen, stellten Biglan und seine Kollegen fest. Halluzinationen waren ebenfalls mit gesundheitlichen Problemen verbunden, traten jedoch auch häufiger auf, wenn die Patienten älter waren und bereits leichte Gedächtnisprobleme hatten. Dagegen waren Schwellungen bei weiblichen Patienten häufiger, insbesondere dann, wenn sie eine Herzkrankheit hatten und Pramipexol einnahmen.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass andere körperliche Erkrankungen ein wichtiger, aber oft übersehener Risikofaktor für Halluzinationen, Schläfrigkeit und Schwellungen sind“, sagt Biglan. Solche zusätzlichen Erkrankungen sollten daher von Ärzten in Zukunft mehr berücksichtigt werden, erklärt der amerikanische Forscher. Patienten, die an der Parkinson-Krankheit erkranken, entwickeln durch den Abbau bestimmter Nervenzellen Symptome wie Zittern, Muskelstarre und Bewegungsunfähigkeit. Häufiger als bei Gesunden werden bei ihnen jedoch auch Schläfrigkeit, Halluzinationen und Schwellungen zum Beispiel der Beine oder Hände beobachtet.

Kevin Biglan (Universität von Rochester) et al.: Neurology, Bd. 69, S. 187 ddp/wissenschaft.de ? Christine Amrhein
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