Schlaf: Raffinierte Unruhe im Kopf - wissenschaft.de
Anzeige
Anzeige

Gesundheit+Medizin

Schlaf: Raffinierte Unruhe im Kopf

Die Schlafforschung im Blick. (Bild: Hank Grebe/iStock)

Der Körper ist im Schlaf in Ruhe versetzt. Für das Gehirn gilt das allerdings nicht – es läuft auf Hochtouren. Doch was genau geht denn im Schlaf in unserem Kopf vor und welche Rolle spielen die jeweiligen Funktionen beim Erinnern und Lernen? In der Juni-Ausgabe rückt bild der wissenschaft diese Aspekte der Schlafforschung in den Mittelpunkt. Neue Untersuchungen zeigen demnach immer deutlicher, wie raffiniert unser Denkorgan im Schlaf Daten sortiert, Eindrücke verarbeitet und auch die Zukunft vorbereitet.

Ein süßer Schlummer ist etwas Wunderbares – doch irgendwie wirkt Schlaf auch wie Zeitverschwendung: Einen Großteil unseres Lebens verbringen wir scheinbar wie ausgeknipst. Doch wir haben ja gar keine Wahl – irgendwann zwingt uns die Müdigkeit zum Schlafen. Allein schon dieses Zwangssystem verdeutlicht, dass es sich nicht um Zeitverschwendung handeln kann, sondern um ein lebenswichtiges Programm. Bekannt ist bereits, dass der Schlaf neben vielen weiteren Funktionen eine wichtige Rolle bei der Verarbeitung von im Wachzustand gesammelten Informationen und Eindrücken spielt. Zu den genauen Abläufen und Funktionen gibt es allerdings noch immer viele offene Fragen, denen sich Schlafforscher derzeit widmen.

Im Titelthema „Nachtschicht fürs Gehirn“ präsentiert die bdw-Autorin Ismene Kolovos nun den aktuellen Stand und die Entwicklungen in diesem interessanten Teilbereich der Hirnforschung. Wie die Autorin berichtet, bestätigen die wissenschaftlichen Ergebnisse in gewisser Weise die Volksweisheit: „Schlaf erst mal darüber!“, „Morgen sieht die Welt schon wieder ganz anders aus“. Denn in der Tat können Forscher immer detaillierter zeigen, wie das Gehirn im Schlaf für Ordnung im Kopf sorgt und auch zukunftsgerichtet arbeitet.

Dazu muss man sich erst einmal bewusst machen, mit welcher Datenflut unser Denkorgan tagtäglich konfrontiert ist: Ständig prasseln neben wichtigen Informationen auch belanglose auf uns ein – wie etwa die Farben vorbeifahrender Autos, Gesichter von Passanten oder mitgehörte Gesprächsfetzen. Kolovos berichtet, wie Forscher Einblicke darin gewonnen haben, wie das Gehirn im Schlaf unermüdlich diese Eindrücke sortiert. Es bewertet sie nach ihrer Wichtigkeit, vergleicht sie mit Vergangenem und entscheidet dann selbstständig, was vergessen werden kann und was nicht.

Anzeige

Schlaf mal drüber!

Zudem zeichnet sich in Untersuchungen ab, dass sich Gedächtnisinhalte teilweise verändern: Das Gehirn zieht demnach aus dem Gelernten Schlüsse, sucht Zusammenhänge und abstrahiert Konzepte. Wie Kolovos berichtet, deuten Studienergebnisse auch darauf hin, dass wenn Erinnerungen stark an Emotionen gekoppelt sind, Schlaf diese Verknüpfung reduzieren kann. Nach dem Schlaf kann demnach tatsächlich eine neue Sicht der Dinge entstehen.

Ein weiteres Thema im Rahmen des Artikels zur Schlafforschung bildet die Erforschung der Rolle der sogenannten Schlafspindeln bei der Bildung des stabilen Langzeitgedächtnisses. Es handelt sich dabei um hochfrequente Oszillationen, die während des Schlafs in einer bestimmten Hirnregion generiert werden. Ihnen gilt aktuell das besondere Interesse vieler Schlafforscher, berichtet die Autorin.

Das Titelthema „Nachtschicht fürs Gehirn“ und weitere interessante Beiträge aus dem Bereich der Hirnforschung finden Sie in der Juni-Ausgabe von bild der wissenschaft, die ab dem 21. Mai im Handel erhältlich ist.

Anzeige

bild der wissenschaft | Aktuelles Heft

Anzeige

Dossiers

Aktueller Buchtipp

Sonderpublikation in Zusammenarbeit  mit der Baden-Württemberg Stiftung
Jetzt ist morgen
Wie Forscher aus dem Südwesten die digitale Zukunft gestalten

Wissenschaftslexikon

Pa|na|ri|ti|um  〈n.; –s, –ti|en; Med.〉 = Fingerentzündung [spätlat., Nebenform zu Paronychiumi; ... mehr

Krebs|er|kran|kung  〈f. 20; Med.〉 Erkrankung an Krebs 2 ... mehr

♦ In|tra|de  〈f. 19; in der Barockmusik〉 Eröffnungsstück, Einleitungsstück, Aufzugsmusik; oV Entrada ... mehr

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige