Azteken“-Ausstellung im Stuttgarter Linden-Museum - wissenschaft.de
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Azteken“-Ausstellung im Stuttgarter Linden-Museum

Zum 500. Jahrestag der Landung des spanischen Konquistadors Hernán Cortés im Golf von Mexiko widmet das Linden-Museum in Stuttgart der Kultur und Geschichte der Azteken eine Große Landesausstellung. Vom 12. Oktober 2019 bis zum 3. Mai 2020 werden rund 150 Exponate gezeigt, Leihgaben aus einer Vielzahl von europäischen und mexikanischen Museen. Neben Skulpturen, Schmuck und Bilderhandschriften werden auch noch nie ausgestellte Opfergaben zu sehen sein, die erst in neuester Zeit ausgegraben worden sind. Ebenfalls gezeigt werden zwei aztekische Federschilde, von denen weltweit nur vier existieren.

Der Aufbau der Ausstellung ist dem Reich der Azteken nachempfunden: Beginnend in den tributpflichtigen Randgebieten, erleben Besucher das Hochtal von Mexiko in seinen unterschiedlichen kulturellen und natürlichen Ausprägungen, bis sie schließlich in das Zentrum des Aztekenreichs, die Hauptstadt Tenochtitlan, eingeführt werden. Dort betreten sie den Herrscherpalast und den Haupttempel, den „Templo Mayor“.

Das Geschichtsmagazin DAMALS begleitet die Ausstellung in Stuttgart mit dem Titelthema in Heft 10/2019.

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si|de|risch  〈Adj.; Astron.〉 zu den Fixsternen gehörig, die Fixsterne betreffend ● ~es Jahr; ~e Umlaufzeit [zu lat. sidus, ... mehr

Haus|to|ri|um  〈n.; –s, –ri|en; Bot.〉 Saugorgan parasitisch lebender Pflanzen [zu lat. haurire ... mehr

Am letzten Donnerstag gab es bei Panorama einen Beitrag über die Heilpraktikerzunft, aufgehängt an einem Fall, bei der schreiende Inkompetenz bei einer Krampfader-Behandlung eine Frau fast das ganze Bein gekostet hätte.

Gut, schreiende Inkompetenz gibt es auch bei Ärzt/innen, sowohl solchen, die Krebs mit Homöopathie heilen wollen als auch anderen. Keine Frage. Und man kann auch konzedieren, dass der Panorama-Beitrag etwas einseitig war, weil es auch Heilpraktiker gibt, die kein Unheil anrichten. Wie viele es auch immer sein mögen und warum auch immer sie sich so gut wie nie zu Wort melden.

Interessanter wie der Panorama-Beitrag selbst sind die Kommentare auf der Seite der Sendung. Für Medienwissenschaftler/innen ist das eine Fundgrube an Seminarmaterial zur Immunisierung gegen Kritik. Ein paar besonders lehrreiche Beispiele aus der Panorama-Kommentarspalte will ich hier kurz ansprechen:

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“Sucht man im Internet nach “Ärztepfusch” so findet man viele Ratgeber und Anwälte, die sich damit beschäftigen. Das sollte jedem zu denken geben und die Frage aufwerfen: Ärzte abschaffen weil sie Fehler machen?“

Wenn Ärzt/innen überwiegend nur Fehler machen würden und wenn es zudem bessere Alternativen gäbe, von mir aus Geistheiler, sollte man in der Tat die Ärzte abschaffen. Aber ist das konditionale „wenn“ durch die Wirklichkeit gedeckt? Oder bewegt sich der „Ärztepfusch“ in der Gesamtmenge der ärztlichen Behandlungen in einem Umfang, der statt Abschaffen vermehrte Bemühungen um Patientensicherheit angemessen erscheinen lässt?

Weiter: Was ist, wenn man in dem Konditionalsatz „Ärzt/innen“ durch „Heilpraktiker/innen“ ersetzt? Auf welcher Datenbasis gibt man dann welche Antwort? Wo ist z.B. das “Weißbuch Patientensicherheit in Heilpraktikerpraxen“?

“ich hätte gern eine ebenso wissenschaftlich-anspruchsvolle Sendung über jeden einzelnen von Ärzten ausgelösten Todesfall von 2015 bis heute.“

Der Wunsch ist berechtigt und Panorama berichtet auch immer wieder über Missstände im „normalen“ Gesundheitswesen. Aber was folgt daraus für die Debatte um die Heilpraktiker/innen? Dass Missstände hier Missstände dort rechtfertigen?

“es ist doch immer wieder interessant welche Lobby die “Tötungsmaschine” Pharma hat. Es wäre dich wichtig einmal gegenüber zu stellen wieviel Todesopfer bewusst durch die Pharmaindustrie in Kauf genommen wird um Profit zu machen.“

“Hier kann man mal wieder sehen dass die Pharmalobby alles tut um ihre Gewinne zu sichern. (…) Bitte mal die unendlichen Toten wegen Nebenwirkungen von Arzneimitteln nicht vergessen.“

Es gibt viele Todesopfer durch falsche Medikation bzw. durch Nebenwirkungen von Medikamenten. Das neue Buch von Peter Gøtzsche „Gute Medizin, schlechte Medizin“ beschreibt die Situation einmal mehr ungeschminkt. Er zieht daraus aber nicht die unlogische Konsequenz, deswegen zu alternativmedizinischen Behandlungen zu greifen: die kritisiert er ebenfalls vehement.

Und weiter: Kritik an den Heilpraktiker/innen scheint nur vorstellbar als bezahlter Lobbyismus der Pharmaindustrie. Ist dann Kritik an der Pharmaindustrie nur vorstellbar als bezahlter Lobbyismus der Zuckerindustrie? Diese „die sind alle gekauft-Argumentation“ ist für manche Leute so selbstverständlich, dass sie völlig inhaltslos, als bloß emotionale Abscheu vorgebracht wird:

“Ihr seid das Allerletzte, der Pharma noch mehr unter die Arme zu greifen, widerlich und abartig.“

“Welche Pharmafirma sponsert de.n die Sendung?Ich finde es eine Frechheit die Alternativmedizin als Hexerei und Schalartanerie hinzustellen“

Argumentativ so gehaltvoll wie hochpotenzierte Homöopathika. Mehr lässt sich dazu nicht sagen.

“Gerade sehe ich Ihre Sendung über Heilpraktiker und bin entsetzt. Jetzt wird wieder gegen die Heilpraktiker geschossen. Nie wird jedoch die Krebsbehandlung durch Chemotherapie beschossen.“

Die Kriegsrhetorik zeigt: Kritik wird als Kampfansage wahrgenommen, dagegen setzt man sich zur Wehr. Die Kritiker/innen sind Feinde, die bekämpft werden müssen. Helm auf statt Nachdenken?

“Ihre einseitige Berichterstattung zeigt mal wieder das sie ausschließlich negative Beispiele zeigen. Sie haben als sogenannter ”öffentlich Rechtlicher Sender” wertneutral zu berichten. Es wurden nicht neutral und sachlich berichtet. Wurde Sie von Herrn Span beauftragt , eine Berufsgruppe zu diskretitieren , bzw. von seinen Lobbyisten?!“

Wertneutrale Berichterstattung und „False Balance“-Berichterstattung sind nicht dasselbe. Bei einer Sendung über die Kugelgestalt der Erde müssen auch nicht unbedingt die Flacherdler zu Wort kommen.

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