August-Ausgabe 2016 Blitze - Sind sie Ausgeburt kosmischer Strahlung? - wissenschaft.de
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August-Ausgabe 2016

Blitze – Sind sie Ausgeburt kosmischer Strahlung?

Lange waren die Forscher überzeugt, verstanden zu haben, wie Blitze bei einem Gewitter entstehen. Doch aktuelle Messungen werfen neue Fragen auf. So ist vor allem unklar, wie die hohe elektrische Spannung in einer Gewitterwolke erreicht wird, die nötig ist, um einen Blitz zu zünden. Im Verdacht haben Wissenschaftler kosmische Teilchen und kantige Eiskörner. Mithilfe von Radioteleskopen wollen Astronomen nun helfen, herauszufinden, was bei einem Gewitter genau geschieht. Und auch Militärforscher interessieren sich für das energiereiche himmlische Leuchtphänomen. Sie suchen nach Möglichkeiten, Blitze zu kontrollieren und gezielt für kriegerische Angriffe zu nutzen.
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Leben + Umwelt

Nachrichten: Mehr als eine Billion / Persönliche Nasenflora / Ins Gesicht gespuckt / Wozu diese Glupscher?
Stopp dem tödlichen Tanz

Bislang galt Chorea Huntington, der „Veitstanz“, als unheilbar. Jetzt hoffen Mediziner, die Hirnerkrankung mit einem neuen Wirkstoff aufhalten zu können.

Text: Sascha Karberg, Fotos: Wolfram Scheible

Die Welt schaut auf Luxemburg

Der Zwergstaat Luxemburg setzt auf Wissenschaft – und auf Forscher wie Rudi Balling, der dort ein weltweit beachtetes Institut für System-Biomedizin aufbaut.

von Sascha Karberg

Erde + Weltall

Nachrichten: Alles ganz natürlich! / Junge neue Mondkrater / Blick durchs Wolkenmeer / ISS in Szene gesetzt
Elfen, Kobolde und Gnome
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Einfache physikalische Erklärungen reichen nicht aus, um das Phänomen der Blitze zu verstehen. Die Forscher rätseln. Manche haben Eiskristalle oder energiereiche Teilchen aus dem All als Zünder im Verdacht.

von Jan Berndorff

Blitzattacke

Forscher versuchen, die zerstörerische Kraft von Blitzen umzulenken. Militärs hingegen würden sie gern zur Kriegsführung nutzen.

von Jan Berndorff

Aus Staub geboren

Mit einer neuen Generation von Teleskopen sind Astronomen der Entstehung von Planeten bei anderen Sternen auf der Spur. Die  enorme Detailschärfe und Empfindlichkeit macht bislang nie gesehene Strukturen sichtbar.

von Thomas Bührke

Wasser auf Vesta

Der Kleinplanet Vesta ist keine ausgetrocknete Ödnis, wie Astronomen lange annahmen. Denn die Furchen an Kraterhängen zeugen von Wasser.

von Thorsten Dambeck

Wie das All durchsichtig wurde

Grüne-Erbsen-Galaxien könnten verraten, wie das Dunkle Zeitalter nach dem Urknall zu Ende ging.

von Franziska Konitzer

Absturz auf den Mars

Der Mars-Mond Phobos gibt Planetenforschern viele Rätsel auf. Fest steht: Sein Schicksal ist besiegelt.

von Ute Kehse

Kultur + Gesellschaft

Nachrichten: Dolch aus Meteoriteneisen / So teuer ist Arbeit in Deutschland / Spannung liegt in der Luft / Aufgetaucht
Im Zweifel für das Misstrauen

So manches ist nicht so, wie es erzählt wird, argwöhnen viele. Doch was macht Verschwörungstheorien so attraktiv – und warum halten sie sich so hartnäckig?

Text: Jochen Paulus, Fotos: Thomas Herbrich

Im Namen der Wissenschaft

Tiere und Pflanzen, Wettersysteme und Sterne – sie alle brauchen einen Namen. Eine schwierige Sache, zumal es bei der Taufe auch um Eitelkeiten geht. Und um das liebe Geld.

Text: Klaus Jacob, Illustrationen: Oliver Weiss

Steinzeit-Shuttle nach Zypern

Vor mehr als 10.000 Jahren wagten sich Siedler aufs Mittelmeer. Forscher haben die Routen der prähistorischen Seefahrer rekonstruiert.

von Thorwald Ewe

Appelle stoßen auf Ignoranz

Mahnrufe helfen offenbar nicht, das Verhalten der Bürger zu ändern. Aktuelles Beispiel ist der Feinstaubalarm in Stuttgart, der folgenlos verhallte.

Ein Essay des Sozialwissenschaftlers Axel Görlitz

Technik + Kommunikation

Nachrichten: Genialer Lilienthal-Gleiter / Tierisch hart / Ohne Worte / Gläserner Rekord
Roboter zum Verlieben

Roboter, die Menschen zum Verwechseln ähnlich sehen, sind eine Spezialität japanischer Forscher. Sie wollen die Maschinen zu unseren Freunden machen.

von Ulrich Eberl

Die Sicherheit fährt mit

Ein neues Ortungs- und Funksystem kann helfen, den Zusammenstoß von Zügen zu vermeiden, und es kommt ohne aufwendige Technik entlang der Gleise aus.

von Roland Bischoff

Rubriken und mehr

Deutschland im Blick: Wem gehört der deutsche Wald? … Fast die Hälfte der Bäume hierzulande sind Privatsache, wie die aktuelle Karte des Leibniz-Instituts für Länderkunde zeigt.
Heinrich Hemmes Cogito: Die Alhambra
Nachgehakt: Was wurde eigentlich aus … ? Mit der Kraft der Gedanken. Ein Gehirn-Chip hilft Querschnittsgelähmten.

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Sonderpublikation in Zusammenarbeit  mit der Baden-Württemberg Stiftung
Jetzt ist morgen
Wie Forscher aus dem Südwesten die digitale Zukunft gestalten

Wissenschaftslexikon

ad|ap|ta|bel  〈Adj.; –ta|bler od. –tab|ler, am –s|ten〉 passend, Anpassungsvermögen besitzend; →a. adaptieren ... mehr

Der Sommer war produktiv. Im Septemberheft der GIO, Gruppe. Interaktion. Organisation ist ein Artikel von mir erschienen: „Dynamiken im digitalen Wandel. Herausforderungen bezüglich Medien, sozialer Prozesse und Demokratie.“ Hier im Blog möchte ich auf einen anderen Aspekt eingehen, der mich in Forschung – und auch Organisationsberatung – stark beschäftigt: Wie sind Digitalisierung und damit einhergehende soziale und Organisationsdynamiken beforschbar?

Digitalisierung ist ein Phänomen, dem immer noch viele etwas ratlos gegenüberstehen. Vieles verändert sich. Der Alltag von Menschen ändert sich, Abläufe in Organisationen werden anders, digitale Medien und Apps sind alltägliche Begleiter und die dadurch hervorgerufenen Veränderungen oft nicht ganz greifbar. Der technologische Wandel ist für die Forschung interessant, aber so ganz klar wie dem methodologisch und methodisch – vor allem sinnvoll – begegnet werden kann, ist es oft nicht. Warum?

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Digitalisierung hat neue Prozesse hervorgebracht, bekannte Abläufe wurden auf den Kopf gestellt und viele dieser Prozesse sind noch nicht endgültig ausgehandelt. Bestes Beispiel dafür sind Organisationen und ihre Strukturen. Seitdem ich beruflich weniger an Universitäten und mehr in Unternehmen und NGOs unterwegs bin, ist mein Einblick diesbezüglich auch ein anderer und intensiverer. In vielen Bereichen fehlen die Zugänge um diese Veränderungsprozesse steuern zu können, oft auch deshalb weil die Steuerung sozialer Prozesse an sich oftmals mehr dem Zufall als einem überlegten Ansatz entspricht. Egal ob technologieaffine oder –ferne Organisationen: In den meisten fehlen die Antworten wie den Herausforderungen begegnet werden kann. Technologieaffine, wie z.B. IT-Unternehmen, sind zwar dem technologischen Wandel gut gewachsen, häufig aber mit den dadurch bedingten sozialen Veränderungen über- bzw. gefordert. Technologiefernere Organisationen, selbst welche mit implementierten, organisationellen Changeansätzen, sind oft mit den zusätzlichen und ungewohnten, technologisch bedingten Herausforderungen konfrontiert. Spannend dabei ist, und das ist das Feld in dem ich mich inzwischen viel bewege, dass jede Organisation ihre ganz eigenen Anforderungen, Ticks, Gewohnheiten und auch Macken hat, denen sinnvollerweise situativ begegnet werden muss – keine Organisation gleicht einer anderen.

Ähnliches gilt auch für Forschungsansätze: Mehr vom Gleichen funktioniert nicht, wenn sich Abläufe und Prozesse verändert haben. Die Messung des Status Quo liefert kaum Daten über mögliche Ansatzpunkte für notwendige Veränderungen. Deshalb greifen quantitative, sozialwissenschaftliche Analysen häufig zu kurz oder bleiben auf der Ebene von Zufriedenheitsbeschreibungen und Ähnlichem. Datenanalysen – Stichwort big data – liefern hier oft wesentlich sinnvollere Ergebnisse und in diesem Bereich tut sich seit einiger Zeit sehr viel um neue Ansätze und Wege zu erreichen. Um aber die oben beschriebenen Veränderungen in Organisationen zu erfassen, braucht es andere Zugänge. Veränderungen von Prozessen und das Erfassen habitueller bzw. kollektiver Ausrichtungen, d.h. der Mindsets von Organisationen und den Menschen darin, funktioniert nur mit Methodologien, die dementsprechend agieren.

LeserInnen dieses Blogs werden jetzt schon wissen was ich meine. Interpretative Forschungsansätze können genau das. In den letzten beiden Jahren arbeite ich viel genau an den Übergängen und Schnittmengen zwischen Forschung und Beratung. Mit Organisationsanalysen, die methodologisch mit Grounded Theory oder dokumentarischer Methode durchgeführt werden, können kollektive Orientierungen, Prozesse und Argumentationslinien gut erfasst werden. So entsteht quasi eine Theorie zu einer spezifischen Organisation, die darin enthaltenen Modelle erfassen gut welche Ausprägungen von Phänomenen sich in diesen Unternehmen und NGOs wiederfinden. Damit steigt das Verständnis – ums umgangssprachlich zu sagen – wo der Schuh drückt und was die Menschen in den Organisationen beschäftigt. Die daraus entwickelten Beratungsmaßnahmen und Veränderungsprozesse sind so forschungsbasiert in der Perspektive der handelnden Personen(gruppen) begründet und wesentlich treffsicherer. Besonders gut funktioniert dieser Zugang, wenn die Maßnahmen partizipativ mit Beteiligung der Organisationsmitglieder entwickelt und dann auch umgesetzt werden. Das Forschen hat den Vorteil in die Logik – bzw. Logiken, oft sind in Organisationen unterschiedliche vorhanden – der Unternehmen und NGOs Einblick zu erhalten und zu verstehen warum welche Abläufe vorhanden sind. Soziologisch gesprochen ist jedes solche Projekt eine kleine Sozialisation in den Habitus einer Organisation. Die Begleitung ist dann schlicht näher an den Notwendigkeiten dran.

Er|geb|nis  〈n. 11〉 1 Erfolg, Resultat 2 Ertrag ... mehr

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