DAMALS 07/2020 Der Auschwitz-Prozess – NS-Massenmord vor Gericht - wissenschaft.de
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DAMALS 07/2020

Der Auschwitz-Prozess – NS-Massenmord vor Gericht

NS-Täter vor Gericht kennt man heute nur noch als Greise im Rollstuhl, sie sind die Letzten ihrer Generation. 1963, als der Auschwitz-Prozess begann, war dies anders. Die Angeklagten standen mitten im Leben – und in der Gesellschaft. Ebenso wie ihre vielen Mittäter, die von der Justiz unbehelligt blieben. Frühere SS-Mitglieder hatten in der Nachkriegszeit Netzwerke gebildet, sie wollten ihre Verbrechen vergessen machen. Nur vor diesem Hintergrund lässt sich die Bedeutung des Frankfurter Verfahrens verstehen. Mutige Juristen wie der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer beendeten das Schweigen über den Holocaust.

 

Beiträge in dieser Ausgabe

Aufarbeitung der NS-Verbrechen

Die einsame Mission des Fritz Bauer

In der jungen Bundesrepublik hatte die Verfolgung der NS-Täter keine Priorität – Politik, Justiz und Polizei waren von ehemaligen Nazis durchsetzt. Fritz Bauer, seit 1956 Generalstaatsanwalt in Hessen, setzte dagegen auf umfassende Aufarbeitung der Verbrechen. Er half mit, Adolf Eichmann zu... mehr

KZ-Häftlinge im Zeugenstand

Boten der verdrängten Wahrheit

Mehr als 200 ehemalige Häftlinge sagten im ersten Frankfurter Auschwitz-Prozess aus. Für die Überlebenden war es meist eine Tortur: Sie mussten über kaum sagbare Gewalterfahrungen berichten, aggressiv angegangen von den Anwälten der Verteidigung, skeptisch beäugt von Richtern und Publikum.... mehr

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Die Hauptverhandlung

Einblicke in den Massenmord

Dass in Auschwitz massenweise Menschen getötet worden waren, leugneten die Angeklagten nicht, persönliche Schuld wiesen sie aber durchweg von sich. Das war ein Charakteristikum des Auschwitz-Prozesses in Frankfurt am Main. Die Beweise gegen die ehemaligen SS-Angehörigen waren aber erdrückend... mehr

Ortstermin Auschwitz

Im Zweifel für die Zeugen

Kann das alles so gewesen sein? Diese Frage kam im Auschwitz-Prozess immer wieder auf. Und so reiste mitten im Kalten Krieg eine Delegation im Auftrag des Gerichts zum Ortstermin nach Polen – in ein Land, mit dem die Bundesrepublik damals keine diplomatischen Beziehungen pflegte.... mehr

Die Rolle der Medien

Lieber nicht nachfragen

Die Vertreter der westdeutschen Medien taten sich schwer mit der Berichterstattung über den Auschwitz-Prozess. Meist gaben sie schlicht die Standpunkte von Anklage und Gericht wieder. Kritische Nachfragen zur Vergangenheitspolitik blieben fast durchweg aus.... mehr

Das Frankfurter Urteil

Abgewogen und verstörend zugleich

Lebenslange Haft in sechs, Freiheitsstrafen in zehn Fällen, einmal Höchststrafe nach Jugendstrafrecht, drei Freisprüche. Das Urteil des Frankfurter Schwurgerichts im Auschwitz-Prozess war differenziert und sorgfältig begründet. Es gab aber auch den Tenor für die weitere Aufarbeitung der... mehr


Es geschah vor 40 Jahren: Olympia-Boykott von Moskau

Politik und Spiele

Als am 19. Juli 1980 die Olympischen Spiele in Moskau mit einer spektakulären Feier eröffnet wurden, fehlten die Sportlerinnen und Sportler aus über 40 Staaten. Diese folgten einem Boykott-Aufruf der USA, nachdem sowjetische Truppen Ende 1979 in Afghanistan einmarschiert waren. Politisch und... mehr

Forschung

Denkmäler für die Ewigkeit

In den römischen Legionslagern Carnuntum und Vindobona wurden zahlreiche Stelen und Altäre gefunden. Woher stammten die Steine für diese Zeugnisse?... mehr

Forschung

Vom Sinn der Geschenke

Diplomatische Präsente spielten in der höfischen Welt eine wichtige Rolle. Sie spiegelten den Rang des Empfängers, aber auch die Reputation des Gebers.... mehr

Bürgerbeteiligung bei Infrastruktur-Projekten

Segen und Fluch der römischen Straßen

Das Fernstraßennetz, das eine schnelle Verlegung von Truppen und den Austausch von Nachrichten erlaubte, war wesentlich für den Aufstieg Roms. Die wichtige Rolle der einfachen Bevölkerung beim Erhalt dieser Infrastruktur wurde lange Zeit verkannt.... mehr

Federseemuseum Bad Buchau

Musterhäuser aus der Steinzeit

Am Federsee in Oberschwaben entdeckten Archäologen die Überreste von Siedlungen, die von der Jungsteinzeit bis ins 1. Jahrhundert v. Chr. reichen. Das Federseemuseum in Bad Buchau zeigt beeindruckende Fundstücke. Ergänzt wird die Ausstellung durch einen Freilichtbereich mit rekonstruierten... mehr

Das Erste Vatikanische Konzil 1869/70

Der Papst wird unfehlbar

Vor 150 Jahren tagte das Erste Vatikanische Konzil, das Papst Pius IX. am 8. Dezember 1869 eröffnet hatte. Bei diesem zentralen Ereignis der katholischen Kirchengeschichte im 19. Jahrhundert stand die Auseinandersetzung mit den Phänomenen der Moderne – etwa der Säkularisierung – im... mehr

Faszinierende Figuren: Paul Nolte über Martin Luther King

„Der Mut, weiter zu gehen als andere“

Persönlichkeiten aus Kultur, Politik und Wissenschaft sprechen über historische Gestalten, die sie beeindruckt haben. In dieser Ausgabe: der Historiker Paul Nolte über den Bürgerrechtler Martin Luther King.... mehr

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