Neuer Bildband DAMALS Galerie Die Schweizer Geschichte in einem prachtvollen Bildband - wissenschaft.de
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Neuer Bildband DAMALS Galerie

Die Schweizer Geschichte in einem prachtvollen Bildband

„Die Schweiz – Tradition & Aufbruch“, so heißt der dritte Bildband der Reihe DAMALS Galerie. Er erzählt in sieben Bildkapiteln die Geschichte der Eidgenossenschaft von den Anfängen bis in die 1990er Jahre hinein. Ein Schwerpunkt liegt auf der Zeit seit Mitte des 19. Jahrhunderts.

Mitten in Europa gelegen, hat die Schweiz ihre Eigenheiten gepflegt und behauptet. Zentrale Daten der Schweizer Geschichte wie der angeblich Rütlischwur von 1291 oder der legendäre Apfel-Schuss Wilhelm Tells, so der heutige Stand der Wissenschaft, sind allerdings Mythen – also überhöhte, meist nicht faktenbasierte Deutungen und Ausschmückungen der Vergangenheit. Wie aber war es wirklich? Der Band liefert eindrucksvolle Einblicke in die Geschichte dieser besonderen Welt. Dazu kommen ein kompakter historischer Abriss sowie eine Doppelseite mit wichtigen Daten & Fakten zur Schweiz. Ein weiterer Artikel erklärt, aus welchen Quellen die benutzten Bilder stammen, wer sie anfertigte (und warum) und welches Abbild des Landes daraus entsteht. Abschließend stellen wir das Schweizerische Nationalmuseum in Zürich vor, Kooperationspartner dieses Bandes. Aus der einzigartigen Sammlung des Museums stammen die meisten der rund 200 gezeigten Motive (Gemälde, Stiche, Fotos).

Das sind die Themen der Bildkapitel: Vom Rütlischwur zum Bundesstaat – Herausforderung Alpen – Wirtschaftlich ein Riese – Die Schweiz in den Weltkriegen – Direkte Demokratie – Alpinismus und Tourismus – Das System Schweiz am Scheideweg.

„Die Schweiz – Tradition & Aufbruch“. Leinfelden-Echterdingen 2019. 130 Seiten. Rund 200 Abbildungen.

Den Bildband „Die Schweiz“ können Sie hier bestellen.

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Bisher erschienen in der Bildband-Reihe DAMALS Galerie:

 
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Wissenschaftslexikon

Was|ser|jung|frau  〈f. 18; Myth.〉 = Nixe

Antibiotika-Einsatz reduzieren

Darüber, dass der Antibiotika-Einsatz in der Humanmedizin wie in der Landwirtschaft reduziert werden muss, besteht breiter Konsens. Im letzten November hat der bayerische Landtag eine Studie beauftragt, die prüfen soll, ob dazu auch alternativmedizinische Methoden geeignet sind. Im Beschluss vom 7.11.2019, Drucksache18/4640, heißt es:

„Die Staatsregierung wird aufgefordert, durch eine Studie zu untersuchen bzw. untersuchen zu lassen, wie ein reduzierter Antibiotikaeinsatz im medizinischen Bereich realisiert werden kann. Dabei soll auch und insbesondere die Rolle alternativmedizinischer Methoden in den Blick genommen werden. Auch soll in diesem Zusammenhang eine mögliche positive Rolle von ggf. ergänzend verabreichten homöopathischen Präparaten beleuchtet werden.“

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Damals gab es ein erhebliches, durchweg negatives Medienecho, nicht zuletzt, weil in der Begründung des Antrags die Wirksamkeit der Homöopathie bei Sepsis, also Blutvergiftung, behauptet wurde. Der Bayerische Landtag hat nun beschlossen, für die Studie statt wie bisher berichtet 400.000 Euro sogar 800.000 Euro bereitzustellen. Gründe dafür wurden bisher nicht mitgeteilt.

Erfolgreicher Lobbyismus

Dass der Bayerische Landtag in der Sache so engagiert ist, schreibt sich die Carstens-Stiftung zugute:

„Die Studienlage spricht dafür, dass Antibiotika bei URTIs vermutlich mehr Schaden als Nutzen anrichten. Die Evidenzlage zur Homöopathie hingegen weist deutlich auf positive Effekte hin. Letztgültige Schlussfolgerungen sind aber aufgrund der eingeschränkten methodischen Qualität vieler Studien nicht möglich. Angesichts der weltweit immer dringlicher werdenden Resistenzproblematik hat der bayerische Landtag daher einen wegweisenden Schritt getan: Mit Spitzenforschung aus Steuermitteln wird nun die Evidenzlage zur Homöopathie verbessert. Wenn die nunmehr anzustrengende Studie ähnliche Resultate erbringt, wie die bereits vorliegenden, könnte damit ein wichtiger Beitrag für die Reduktion von Antibiotikaverschreibungen geleistet werden.
Die Carstens-Stiftung konnte durch wissenschaftliche Expertise und Bereitstellung von Studiendaten diese Entscheidung erfolgreich begleiten.
Wir freuen uns: Unser Einsatz zeigt Wirkung.“

Mag sein, dass der Einsatz der Carstens-Stiftung Wirkung zeigt, der Einsatz von Homöopathika zeigt jedenfalls keine Wirkung über Placebo hinaus. Daran ändern auch einzelne für die Homöopathie positive Studien nichts. Gibt es viele Studien, gibt es schon zufallsbedingt auch positive. Das Gesamtbild bleibt ernüchternd. Kein Wunder, dass nach Auskunft des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bisher kein homöopathisches Mittel auf der Grundlage von Wirksamkeitsstudien zugelassen wurde.

Der Verweis der Carstens-Stiftung auf das Versagen von Antibiotika bei Infekten der oberen Atemwege in diesem Zusammenhang ist einerseits irreführend, andererseits wegweisend. Irreführend, weil bekanntermaßen solche Infekte ganz überwiegend von Viren verursacht werden, vor allem Rhinoviren und Coronaviren. Da helfen Antibiotika natürlich nicht, es sei denn, es kommt eine bakterielle Superinfektion dazu. Daher sollen solche Infekte bei normalem Verlauf symptomatisch behandelt werden. Nach einer Woche sind sie von alleine vorbei, Antibiotika sind genauso unnötig wie Homöopathika, auch wenn es mit Homöopathika nur sieben Tage dauern sollte.

Auf das Studiendesign kommt es an

Wegweisend ist die Bemerkung, weil bei banalen Infekten trotzdem häufig Antibiotika verschrieben werden. Wenn man die bayerische Studie also daraufhin ausrichtet, zu untersuchen, welche „alternativmedizinischen Methoden“, vom Kamillentee bis zum Inhalieren, bei banalen Infekten am ehesten den Verzicht auf unnötige Antibiotika erleichtern, und ob zusätzliche Globuligaben diese Bereitschaft weiter stärken, bei welchen Patienten das der Fall ist und was gleichwertige „Alternativen“ zu Globuli sind, dann wäre das zumindest als psychologische Akzeptanzstudie kein hinausgeworfenes Geld.

Sollten sich Homöopathika als besonders starke Motivatoren zum Verzicht auf unnötige Antibiotika erweisen, müsste man sich allerdings überlegen, ob und ggf. wie man sie einsetzen kann, ohne die Patienten zu belügen. Denn pharmakologisch bleiben sie ja wirkungslos. Empfehlungen zum ethisch vertretbaren Einsatz von Placebos hat die Bundesärztekammer übrigens schon vor vielen Jahren veröffentlicht – mit einem prominenten Homöopathie-Befürworter als Mitautor. Die Homöopathen müssten sich dann nur noch daran halten.

Und wenn der Landtag die nächsten 800.000 Euro dafür ausgibt, den Zugang zu „sauberem Wissen“ zu verbessern, damit die Gesundheitskompetenz der Menschen gestärkt wird und sie wirklich informierte Entscheidungen treffen können und nicht mehr so oft auf die Idee kommen, Homöopathika könnten ihnen helfen, könnte aus alldem sogar noch eine runde Sache werden. Die Wirksamkeit der Carstens-Stiftung würde dann abnehmen und seichte Studien, die angeblich die Wirkung der Homöopathie bei Sepsis belegen, würden hoffentlich auch nicht mehr in der Begründung von Landtagsanträgen auftauchen. Auch die Gesundheitskompetenz von Politikern kann noch verbessert werden. Ich bin gespannt, in welche Richtung die Studie gehen wird und wer sie macht.

http://scienceblogs.de/gesundheits-check/2020/02/14/darfs-a-bisserl-mehr-sein-die-bayerische-homoeopathiestudie-wird-teurer/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=darfs-a-bisserl-mehr-sein-die-bayerische-homoeopathiestudie-wird-teurer

Blatt|floh  〈m. 1u; Zool.〉 Angehöriger einer Familiengruppe der Blattläuse mit Sprungbeinen, richtet durch Saugen an Kulturpflanzen oft Schäden an, Psyllina; Sy Springlaus ... mehr

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