Das 19. Jahrhundert Auf dem Weg in die Zivilgesellschaft - wissenschaft.de
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Das 19. Jahrhundert

Auf dem Weg in die Zivilgesellschaft

Das 19. Jahrhundert wird als „langes Jahrhundert“ bezeichnet, weil ihm die Geschichtswissenschaft inhaltlich sowohl die Französische Revolution als auch die Zeit bis zum Ersten Weltkrieg zurechnet. Aus deutscher Sicht sind die Entstehung des Nationalstaats und die Anfänge der Arbeiterbewegung zentrale Themen. Zum ersten Mal in der Geschichte forderten nun auch die Frauen mehr Rechte ein.

Das Bild vom 19. Jahrhundert hat sich kräftig gewandelt“, schreibt Jürgen Kocka im Vorwort zum „Gebhardt“, dem „Handbuch der deutschen Geschichte“, über diese Epoche. Heute begreifen wir das sogenannte lange 19. Jahrhundert als das Jahrhundert des Kampfes um politische Partizipation, des Nationalismus und der Formierung neuer Nationalstaaten, als das Jahrhundert der Industrialisierung, Verstädterung und Wanderung. Noch einmal Kocka: „In Deutschland war das neunzehnte das Jahrhundert des Bürgertums und der dominant werdenden bürgerlichen Kultur, ein bürgerliches Jahrhundert, das von Klassenkonflikten und Geschlechterungleichheit durchfurcht war, aber trotzdem die Fundamente einer Zivilgesellschaft legte … wenngleich ihr Versprechen noch immer nicht voll eingelöst ist.“ Greifen wir einige dieser Aspekte heraus.

„Was ist des Deutschen Vaterland? / Ist’s Preussenland, ist’s Schwabenland? / Ist’s, wo am Rhein die Rebe blüht? / Ist’s, wo am Belt die Möwe zieht? / O nein! nein! nein! / Sein Vaterland muss grösser sein“, dichtete 1813 auf der Höhe der politischen Verunsicherung durch die expansive Politik des napoleonischen Frankreich der Dichter Ernst Moritz Arndt (1769–1860). Und er vereinnahmte alle deutschsprachigen Gebiete Europas für „sein“ Vaterland: „Das ganze Deutschland soll es sein! / O Gott vom Himmel, sieh darein! / Und gib uns rechten deutschen Mut / dass wir es lieben treu und gut! / Das soll es sein! / Das soll es sein! / Das ganze Deutschland soll es sein!“

Man mag darüber diskutieren, ob Arndt an die deutsche Kulturnation dachte oder an einen großdeutschen mitteleuropäischen Nationalstaat…

Autorin: Prof. Dr. Sylvia Schraut

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in DAMALS 06/2019

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