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Essay

Das Erbe Atatürks

Die Visionen Atatürks lebten nach seinem Tod im Kemalismus weiter. Aus Sicht des Turkologen Prof. Dr. Yavuz Köse zeigten sich bald die Folgen der politischen und gesellschaftlichen Konflikte, die in diesem radikalen Programm angelegt waren. Der aktuelle Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan dränge den Laizismus – ein Kernprojekt Atatürks – zurück und setze auf eine islamisch-konservative Elite.

Mehr Praktiker als Theoretiker, hatte Mustafa Kemal zwischen 1923 und 1938 seine Vision einer modernen Türkei rigoros umgesetzt. Der endgültige Bruch mit dem alten osmanischen Staats- und Gesellschaftssystem war aus seiner Sicht hierfür nötig, die Orientierung an westlicher „Zivilisation“ unabdingbar. Die Abschaffung des Kalifats, die Beendigung eines eigenständigen religiösen Erziehungssystems (Medrese), die Streichung des Islam als Staatsreligion, das Verbot der Derwischklöster und die Einstellung der Scharia-Gerichte, fand nicht bei allen Weggefährten Mustafa Kemals Zustimmung. Die Schriftstellerin Lilo Linke, die 1935 die „neue Türkei“ bereist hatte, gab ihrer Reisebeschreibung denn auch den bezeichnenden Titel: „Allah entthront“.

Der Erfolg der kemalistischen Kulturrevolution und der unbedingten Verwestlichung – gerade im Bildungsbereich – ließ sich vor allem im urbanen Raum und nicht zuletzt in Ankara verfolgen und schuf dort eine kemalistische Elite. Diese unterschied sich allerdings radikal von der ländlichen, den Traditionen und der Religion verhafteten Bevölkerung, die trotz aller Maßnahmen nicht dem Idealtyp des neuen modernen Türken bzw. der Türkin entsprechen konnte oder wollte…


Autor: Prof. Dr. Yavuz Köse

Den vollständigen Artikel lesen Sie in DAMALS 11/2020

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