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Krise und Bürgerkrieg

Der Geist ist aus der Flasche

Seit der zweiten Hälfte des 2. Jahrhundert v. Chr. häuften sich die Versuche einzelner römischer Politiker, die Macht an sich zu reißen. Neben skrupellosen Populisten wurden besonders Feldherren mit großen Heeren zur Gefahr für die Republik.

Im Jahr 80 v. Chr. blickte die römische Öffentlichkeit gebannt auf einen Skandalprozess, in dessen Mittelpunkt der junge Sextus Roscius aus dem umbrischen Städtchen Ameria (heute Amelia) stand. Roscius war des abscheulichsten Verbrechens angeklagt, das ein Römer begehen konnte: Vatermord. Als Motiv unterstellte der Ankläger, ein gewisser Erucius, Habgier: Roscius habe seinen Vater, der sich gerade auf dem Rückweg von einer Feier befand, bei den Pallacinischen Bädern im Norden von Rom getötet, um sich in den Besitz seiner ausgedehnten Landgüter zu bringen.

Sextus Roscius hatte doppeltes Glück im Unglück. Erstens war er mit Caecilia Metella bekannt, einer begüterten Aristokratin, die ihm bei sich zu Hause Unterschlupf gewährte. Zweitens gewann er einen noch jungen, aber begabten und vor Ehrgeiz brennenden Mann für die schwierige Aufgabe, die Verteidigung vor Gericht zu übernehmen. Sein Name: Marcus Tullius Cicero. Der 26-Jährige stand am Anfang einer Karriere, die ihn über den Gerichtssaal direkt ins politische Machtzentrum der Republik führen sollte  – und zu ihrem höchsten Amt, dem Konsulat.

Der Fall Roscius war genau nach Ciceros Geschmack: schwierig in der Beweisführung, politisch heikel und mit einflussreichen Dunkelmännern als Gegnern. Der Ankläger Erucius war die Marionette von raffgierigen Verwandten des jungen Roscius, die den Mord nutzen wollten, um selbst den Besitz des Toten an sich zu bringen. Und hinter diesen Männern steckte wiederum Lucius Cornelius Chrysogonus, ein Freigelassener des mächtigsten Mannes im Rom jener Jahre: Lucius Cornelius Sulla, Sieger im Bürgerkrieg gegen die Anhänger des Marius und Diktator seit 82 v. Chr.

Nachdem er den Bürgerkrieg für sich entschieden hatte, ließ Sulla erbarmungslos unter seinen Gegnern aufräumen: Listen mit Namen wurden überall in der Stadt aufgehängt. Wer seinen Namen auf einer der Listen fand, war vogelfrei und konnte von jedem getötet werden…

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Autor: Prof. Dr. Michael Sommer
 
Den vollständigen Artikel lesen Sie in DAMALS 11/2021
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