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Die Kunst des Herrschens

Ganz oben und doch nicht allein

Monarchien waren im Mittelalter alternativlos. Die Menschen konnten in antiken Büchern zwar etwas über Demokratie oder Oligarchie lesen. Doch im mittelalterlichen Jahrtausend wurde einzig die Monarchie gelebt. Der Herrscher war scheinbar allmächtig. Tatsächlich musste er sich ständig arrangieren, um seine Macht zu sichern.

Die nordische „Håkonssaga“ brachte es im 13. Jahrhundert auf den Punkt und zitierte bei der Unterwerfung Islands unter den norwegischen König einen päpstlichen Gesandten so: „Er nannte es ungehörig, dass das Land nicht unter einem König diente wie alle anderen in der Welt.“ Unzählige mittelalterliche Autoren entwarfen die Idee der Monarchie aus dem Willen Gottes. Wegen des menschlichen Sündenfalls sei Herrschaft notwendig geworden; nur ein Herrscher könne Sünden und Verbrechen eindämmen.

Die Gnade Gottes hob den Herrscher über alle anderen Menschen hinaus. Diese Erhöhung wurde in kirchlichen Erhebungsakten mit Krönung und Salbung öffentlich demonstriert. Als „Gesalbter des Herrn“ (lateinisch: Christus Domini) erschien der König seinen Untertanen als unantastbar. Dabei hatte schon das Alte Testament auch die immense Gefahr der Monarchie beschworen. Saul, der erste König Israels, wurde gegen den ausdrücklichen Willen Gottes erhoben, der neben sich keinen irdischen König dulden wollte. Doch das Volk Israel schlug alle Warnungen vor den Konsequenzen einer Ein-Mann-Herrschaft in den Wind und rief: „Nein, ein König soll über uns herrschen. Auch wir wollen wie alle anderen Völker sein.“ (1 Samuel 8, 19–20). Erst da gab Gott nach…


Autor: Prof. Dr. Bernd Schneidmüller

Den vollständigen Artikel lesen Sie in DAMALS 09/2020

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