Anzeige
Anzeige

Jüdisches Leben in den Metropolen

Garanten für das Florieren der Städte

In den großen Städten Osteuropas blieben die Juden zwar eine Minderheit, aber ihre Fähigkeiten als Kaufleute und Handwerker wurden von den Stadtoberen geschätzt. Dennoch gab es auch in den Metropolen Einschränkungen für jüdisches Leben.

In der polnisch-litauischen Staatenunion, der sogenannten Rzeczpospolita, lebten im 18. Jahrhundert 80 Prozent aller Jüdinnen und Juden auf der Welt. Diese jüdische Lebenswelt in den historischen Regionen Großpolen, Kleinpolen, Wolhynien, Ruthenien und Litauen war von machtvollen Gemeindestrukturen gekennzeichnet, deren Organisation verzweigter und komplexer war als in jeder anderen europäischen Judenheit. Ein zentraler jüdischer Lebensraum waren die großen Städte.

Viele Juden hatte es im Verlauf der frühen Neuzeit in die wachsenden Städte im östlichen Europa wie Łód´z, Warschau, Białystok, Krakau, Vilnius oder Lemberg gezogen. So beobachtete der englische Diplomat Nathaniel William Wraxall (1751–1831), der Warschau in den späten 1770er Jahren besuchte, wie sehr die Juden im Stadtbild präsent waren: „Warschau ist … mit Juden bevölkert, die einen bedeutsamen Teil der Einwohner stellen.“

Prinzipiell konnten Juden bei der Ansiedlung in den Städten im östlichen Europa seit dem Hochmittelalter mit wohlwollender Unterstützung rechnen, weil sie bei den Fürsten und Stadtherren als erfahrene Kaufleute und geschickte Handwerker galten – hier griff eine pragmatische Toleranz. Mit der Ansiedlung von Juden in den Städten verband sich die Hoffnung auf eine Belebung des Handels und die Einführung monetären Wirtschaftens, daher erhielten sie von den Stadtherren unterschiedliche Privilegien wie das Recht, Handel auf Märkten zu betreiben, oder die Befreiung von Zöllen.

In einigen Städten unterlagen Juden aber auch zeitweilig Einschränkungen hinsichtlich der Berufswahl, der Art des Handels sowie der Niederlassungsfreiheit, in anderen wurden entsprechende Verbote verhängt…

Anzeige

Autorin: Prof. Dr. Katrin Steffen

Den vollständigen Artikel lesen Sie in DAMALS 05/2021

Anzeige

DAMALS | Aktuelles Heft

Bildband DAMALS Galerie

Der Podcast zur Geschichte.

Geschichten von Alexander dem Großen bis ins 21. Jahrhundert. 2x im Monat reden zwei Historiker über ein Thema aus der Geschichte. In Kooperation mit DAMALS – Das Magazin für Geschichte.

Hören Sie hier die aktuelle Episode:

Anzeige

Aktueller Buchtipp

Wissenschaftslexikon

Büh|nen|ar|bei|ter  〈m. 3〉 Angestellter am Theater, der Kulissen, Requisiten usw. aufbaut u. abräumt

Dro|me|dar  〈a. [′–––] n. 11; Zool.〉 Kamel mit nur einem Höcker: Camelus dromedarius [zu mlat. dromedarius ... mehr

hyp|so|gra|phi|sche Kur|ve  〈f.; –n –, –n –n〉 = hypsografische Kurve

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige