Britisch-Indien Geschundener Subkontinent - wissenschaft.de
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Britisch-Indien

Geschundener Subkontinent

Indien wird häufig als Beispiel genannt, wenn Apologeten die Vorzüge des Empires preisen: Die Briten hätten die Eisenbahn, Bildung und staatliche Einheit gebracht. Doch tatsächlich war das Handeln der Kolonialherren meistens von Eigennutz geprägt.

Thomas Babington Macaulay (1800–1859) war davon überzeugt, dass die englisch-britische Geschichte einen tieferen Sinn besaß: Sie sei gleichbedeutend mit der allmählichen Überwindung von Irrationalität und Despotie durch unaufhaltsamen Fortschritt, der zu Gewaltenteilung, Kultiviertheit und Freiheit führe. Allerdings waren diese zivilisatorischen Segnungen in Wirklichkeit ungleich verteilt: Man fand sie in England, aber nicht überall in Europa und schon gar nicht in den anderen Teilen der Welt.

Entsprechend sah Macaulay einen Berg Arbeit auf sich zukommen, als er 1834 bei der Ostindien-Kompanie anheuerte. Der Historiker war dort für die Reform des Bildungswesens zuständig, und Macaulay fand, dass man hier fast bei null ansetzen müsse: Der gesamte Wissensschatz Indiens entspreche nämlich allenfalls einem Regalmeter in einer beliebigen europäischen Bibliothek. Um aber wahrhaft nützliches Wissen zu vermitteln – also den europäischen Bildungskanon –, seien Bildungsanstalten nach europäischem Vorbild nötig – und selbstverständlich Unterricht in der englischen Sprache. Die so ausgebildeten Inder könnten hernach die Vorzüge der britischen Herrschaft nicht nur klar erkennen, sondern auch an ihre Landsleute vermitteln…


Autor: Prof. Dr. André Krischer

Den vollständigen Artikel lesen Sie in DAMALS 03/2020

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