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Im Schtetl

Jüdisches Leben von der Wiege bis zur Bahre

Die meisten Juden in Osteuropa lebten in einem dieser typischen Marktflecken, in denen sie oft die Mehrheit der Bevölkerung stellten: im Schtetl. Es war ein durchweg jüdischer Kosmos, wirtschaftlich jedoch eng mit der polnisch-litauischen Adelsgesellschaft verknüpft.

In all seiner Misere war das jüdische Städtchen eine kleine Civitas Dei – geistig und geistlich erstaunlich, in mancher Hinsicht um Jahrhunderte zurückgeblie-ben, nicht selten abstoßend, aber dennoch bewundernswert …“ – so äußerte sich der aus Zablotow (Galizien) stammende Schriftsteller Manès Sperber (1905  –1984). Sperber unterstreicht in seinen 1974 erschienenen Erinnerungen „Die Wasserträger Gottes“ einerseits die geschichtslos erscheinende Orientierung des Schtetl-Alltags am göttlichen Gebot und weist andererseits auf die himmelschreiende Armut und die sozialen Konflikte in der jüdischen Gesellschaft hin. Im Schtetl, einem in mehrfacher Hinsicht existentiellen Ort des Judentums, spielte sich das Alltagsleben ab, hier verdichtete sich die Kommunikation, hier trafen jüdische und nicht-jüdische Welt aufeinander. Das Schtetl als Lebensform brachte eine eigene Mentalität hervor und blieb dabei doch Teil der von nicht-jüdischen Adligen dominierten Agrarökonomie.

Was genau war ein Schtetl, und wie muss man sich seine Bewohner vorstellen?…


Autor: Dr. Alexis Hofmeister

Den vollständigen Artikel lesen Sie in DAMALS 05/2021

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