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Jüdische Kultur im Wandel

Vom Volk des Buches zum Volk der Bücher

Bildung und Erziehung waren in der jüdischen Welt Osteuropas seit jeher untrennbar miteinander verknüpft. Im Mittelpunkt stand die Heilige Schrift. Neue Bildungsangebote außerhalb der jüdischen Welt stellten im 19. Jahrhundert diese Tradition in Frage. Und im Ringen um den richtigen Glaubensweg entbrannte eine Art jüdischer Kulturkampf.

Bereits im 18. Jahrhundert waren deutliche Risse in der jüdischen Gesellschaft sichtbar geworden. Diese hingen mit dem grundlegenden historischen Wandel in der nicht-jüdischen Welt zusammen. Die Teilungen der alten Adelsrepublik Polen-Litauen verstärkten auch soziale Spaltungen innerhalb der jüdischen Bevölkerung. Dort verhalfen sie neuen Strömungen zum Aufstieg, vor allem der Frömmigkeitsbewegung des Chassidismus.

Falsche Propheten hatten schon im 17. Jahrhundert die Sehnsucht der Jüdinnen und Juden im Mittelmeerraum nach Erlösung vom Joch des Exils bedient. In der Folge waren unter anderem zahlreiche sogenannte Sabbatianer mit ihrem Meister Schabbtai Zvi (1626–1676) schließlich zum Islam konvertiert. In Osteuropa griff zwei Generationen später die Häresie des Frankismus um sich. Deren Namensgeber Jakob Frank (1726–1791) sah sich in der Nachfolge Schabbtai Zvis und animierte seine polnischen Anhänger zu kollektiven Übertritten zum Christentum. Gemeinsam war diesen Bewegungen die Ablehnung der rabbinischen Elite und ihrer Talmud-Auslegung. Der Talmud versteht sich als eine Auslegungssammlung, die der Erläuterung der Verbote und Gebote der Torah dient und auf ihre Anwendung im Alltag abzielt.

Die rabbinische Elite stützte ihre Machtposition unter anderem auf die Regulierung des Zugangs zu Bildung und Erziehung. Diese Kontrolle entglitt ihr im Lauf des 19. Jahrhunderts zunehmend…


Autor: Dr. Alexis Hofmeister

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in DAMALS 05/2021

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