Interview „Vielfalt ist ein Mehrwert“ - wissenschaft.de
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Interview

„Vielfalt ist ein Mehrwert“

Mit der Ausstellung „Kaiser und Sultan – Nachbarn in Europas Mitte 1600 – 1700“ will das Badische Landesmuseum den Blick weiten: weg von der traditionellen Sicht, die das Aufeinandertreffen von Orient und Okzident während der „Türkenkriege“ meist auf die kriegerische Auseinandersetzung reduzierte, und hin zum Kulturaustausch. Stefan Bergmann sprach mit Prof. Dr. Eckart Köhne, Direktor des Badischen Landesmuseums, über diesen Ansatz.

Die Ausstellung „Kaiser und Sultan“ widmet sich schwerpunktmäßig Ostmittel- und Südosteuropa während der Türkenkriege. Dabei interessiert Sie besonders, dass diese umkämpften Regionen zugleich eine Brücke zwischen Orient und Okzident darstellten, also dem wechselseitigen Kulturaustausch dienten. Wie kamen Sie zu dieser Erkenntnis?

Eckart Köhne: Das ist nicht unsere Erkenntnis, sondern sie geht auf die Grundideen der „Entangled History“ zurück, also der sogenannten Verflechtungsgeschichte der Welt. Dieser
neuere Forschungsansatz ist ein weiteres Konzept der transkulturellen Beziehungsgeschichte. Der Begriff veranschaulicht, dass kultureller oder intellektueller „Transfer“ eben nicht eine Ausnahme und eine einfache Übernahme von Dingen oder Vorstellungen ist, oft mit einer klaren Überlegenheit einer der beiden Seiten. Der Ansatz richtet sich besonders auf die Vernetzung kultureller Phänomene zwischen verschiedenen Gesellschaften. Bekannt für ihre Forschungen auf diesem Gebiet ist unter anderem die Universität Heidelberg, die diesen Ansatz im Rahmen des Exzellenz-Clusters vorangetrieben hat. Auch die Universitäten in München und Graz sind da führend. In unserer Ausstellung visualisieren wir die aktuelle Forschung mit sprechenden Objekten. Das passt auch gut zum Badischen Landesmuseum: Wir besitzen die sogenannte Türkenbeute, eine Sammlung von Ausstattungen aus den „Türkenkriegen“, die in diesem Gebiet ausgefochten wurden und geradezu nach einem solchen Blickwinkel verlangen. Wie lange wir uns schon mit diesem Phänomen beschäftigen, zeigt unsere Sammlungsausstellung „Weltkultur/GlobalCulture“, eine eigene Schausammlung, die sich mit Objekten aus dem eigenen Bestand ausdrücklich transkulturellen Phänomenen widmet.

Die klassische Forschung erzählt die Türkenkriege als eine Geschichte des Kampfes auf Leben und Tod – oder nüchterner formuliert: eines zähen Ringens um militärisch-politische und religiöse Hegemonie. Ist diese Darstellung überholt bzw. war alles ganz anders?

Nein, aber die bisherige Darstellung, die Konzentration auf die Kämpfe, beschreibt nur einen Teil der historischen Wirklichkeit…

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in DAMALS 11/2019

 

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