Chronologie 10.000 Jahre Kultur und Geschichte Jordaniens - wissenschaft.de
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Chronologie

10.000 Jahre Kultur und Geschichte Jordaniens

9. – 5. Jahrtausend v. Chr.: Neolithikum (Jungsteinzeit) Man unterscheidet die Phase der Jäger und Sammler (bis 9. Jahrtausend), die „vorkeramischen“ Epochen (9. – 7. Jahrtausend), das keramische Neolithikum (5000–4500). 4500 – 3300: Chalkolithikum (Kupfersteinzeit) Der Mensch erwirbt neue Technologien, vor allem die Kupferverhüttung und -verarbeitung. Das Kunsthandwerk wird differenziert, das Produktionsniveau ist fortgeschritten. Die Menschen sind Bauern und Tierzüchter. ca. 3300 – 1200: Bronzezeit Man unterscheidet die Frühe (3300–2000), die Mittlere (1900–1550) und die Spätbronzezeit (seit 1550), in welcher es bereits Stadtbefestigungen sowie die Alphabetschrift gibt. In der Spätbronzezeit II (1400–1200) kommt es zu expansionistischen Bestrebungen der Pharaonen der 18. und der 19. Dynastie sowie der Hethiter (um 1275 Schlacht von Kadesch am Orontes). um 1200 – um 520: Eisenzeit 12. – 6. Jahrhundert: Regionale Fürstentümer in Ammon, in Moab und später in Edom entwickeln sich zu „Nationalstaaten“. Um 1200: Die „Seevölker“ dringen in die Küstengebiete Syrien-Palästinas und Ägyptens vor (Ansiedlung der Philister). Im 10. Jahrhundert wird Jerusalem Hauptstadt Judas unter David und Salomon. Um 840: Unter König Mescha wird Moab ein von Israel unabhängiger Staat. Seit 738: Unter dem assyrischen König Tiglatpileser III. werden Ammon, Moab und Edom tributpflichtig; sie bleiben auch im 7. Jahrhundert die treuen Vasallen der Assyrer. 601: Babylonien tritt das Erbe der Assyrer an. 587/86: Jerusalem wird von den Neubabyloniern zerstört (Babylonisches Exil). 553/52: Der neubabylonische König Nabonid beendet die Autonomie von Edom; Besiedlung der Städte (Buseirah) bis gegen 400, dann Abwanderung oder Retribalisierung der Bevölkerung. Im 4. Jahrhundert dringen nomadische Gruppen in Südjordanien vor. 540: Die Achämeniden lösen die Neubabylonier ab. Unter Kyros oder Dareios I. kehren die Juden in das Gebiet westlich des Jordans zurück. Die ostjordanischen Gebiete gehören zur 5. achämenidischen Satrapie „Jenseits des Stromes [des Euphrats]“. nach 333: Hellenistische Zeit und römischer Orient 333: Zug Alexanders ins Perserreich. 311: Griechische Quellen erwähnen „Petra“. Im 3. Jahrhundert herrschen die Ptolemäer über das nördliche Jordanien, Palästina und Phönikien, seit 200 die Seleukiden. Die Städte werden zu Kristallisationspunkten hellenistischer Kultur. Nach der Mitte des 2. Jahrhunderts: Petra wird Stammessitz der Nabatäer; Beginn der politischen und kulturellen Dominanz im südlichen Jordanien, die im 1. Jahrhundert n. Chr. zum „nabatäischen Reich“ von Südsyrien bis Nordarabien führt. 64/63 v. Chr.: Pompeius bildet das seleukidische Reich zur römischen Provinz Syrien um. Er hebt die im frühen 1. Jahrhundert erfolgte hasmonäische Besetzung der Städte (etwa Gadara, Pella) auf und erklärt sie für autonom (Entwicklung zur Dekapolis). 106 n. Chr.: Das nabatäische Reich wird von römischen Truppen besetzt und in die Provinz Arabien umgewandelt. Hauptstadt scheint Petra (114: Metropolis Arabiae) geblieben zu sein. Bostra in Südsyrien wird Garnisonsstadt. Die Via Traiana verbindet Ailana (Aqaba) am Roten Meer mit Bostra. 131: Nach dem Besuch Hadrians führt Petra den Titel „Hadriane Petra Metropolis“. 193–222: Unter den severischen Kaisern wird der mittlere Euphrat zu einer stark befestigten Militärgrenze ausgebaut. 240: Der erste Sasanidenkönig Ardaschir verdrängt die Parther und dringt in das römische Mesopotamien und nach Syrien vor. 272: Aurelian unterwirft Palmyra (Roms Bollwerk nach Osten) und bringt Königin Zenobia nach Rom. Ende des Jahrhunderts verstärkt Diokletian massiv die Ostgrenze. 4. – 7. Jahrhundert: Byzantinische Epoche 324 gibt Kaiser Konstantin der Große dem Römischen Reich mit der Christianisierung eine wichtige Neuorientierung. Am Konzil von Nizäa nehmen 325 auch transjordanische Bischöfe teil; seit 347 sind auch Bischöfe aus Petra bezeugt. 330 wird Byzanz als zweites, christliches Rom zur neuen Hauptstadt Konstantinopel erhoben; 381 wird es als „Neues Rom“ vor Antiochia, Jerusalem und Alexandria zum führenden Patriarchat des Ostens. 363: Erdbebenkatastrophe in Petra (die sich 419 und 551 wiederholt). Seit dem Tod des Theodosius I. 395 ist das Westreich endgültig vom Ostreich getrennt. Trotz eines Aufstands der Sarazenen (so die antike Bezeichnung für die einen Teil Nordwestarabiens und des Sinai bewohnenden Araber) 497 kann die byzantinische Ordnung im nördlichen Jordanien und in Syrien bis zur islamischen Eroberung aufrechterhalten werden. 636: Beginn der islamischen Herrschaft 636 erringen die Soldaten des Kalifats am Yarmuk einen vernichtenden Sieg über die Byzantiner. Damaskus wird Sitz des Kalifats, Amman Zentrum eines Verwaltungsdistrikts. Im 7./8. Jahrhundert geht Petra als Stadt unter. Sie wird 1100 durch Balduin I., den König von Jerusalem, wiederentdeckt; Balduin II. errichtet dort 1118 bis 1131 eine Kreuzfahrerfestung.

Dr. Marlene P. Hiller

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