Karitative Modelle der beiden Konfessionen Arbeit als Ausweg aus der Not - wissenschaft.de
Anzeige
Anzeige

Karitative Modelle der beiden Konfessionen

Arbeit als Ausweg aus der Not

Im 17. und 18. Jahrhundert näherten sich die Fürsorge-Modelle der Konfessionen an. Die Erziehung der Bedürftigen zu Fleiß und Arbeitsamkeit rückte in den Mittelpunkt. Vielerorts wurden Bettelverbote verhängt.

Die Wurzeln der europäischen Sozialstaatlichkeit liegen in der frühen Neuzeit. Welche institutionellen Veränderungen kennzeichnen aber diesen Entwicklungsprozess, der im Übergang vom Mittelalter zur frühen Neuzeit mit dem für die Gesellschaft fundamental prägenden Prozess der Konfessionalisierung zusammenfiel? Welchen Einfluss hatte die Reformation auf den Umgang mit Armut bzw. welche Unterschiede im Umgang mit Armut lassen sich zwischen protestantischen und altgläubigen Territorien ausmachen? Grundlegender Gedanke für die Erneuerung des Fürsorgewesens war die Einrichtung einer zentralen Fürsorge‧institution auf lokaler Ebene, die eine kontrollierte Al‧mosenvergabe und Hilfe ermöglichen sollte. Es sollte nun zwischen „würdigen“ und „unwürdigen“ Armen bei der Spende unterschieden werden. In protestantischen Territorien wurden von den Gemeinden sogenannte „Gemeine Kästen“ oder „Gotteskästen“ als zentrale Fürsorgekassen eingeführt.

Neben der Wittenberger Beutelordnung von 1521/22 und der Leisniger Kastenordnung von 1523 wurde vor allem die Nürnberger Armenordnung von 1522 zum Vorbild für weitere Einrichtungen dieser Art. Mit der Aufhebung von Klöstern und Stiftungen in den protestantischen Territorien wurde vielerorts die finanzielle Basis für die Armenkassen gelegt. Die eingezahlten Gelder sollten dem mittelalterlichen Stiftungsprinzip folgend nicht ausgegeben, sondern angelegt und die daraus erzielten Gewinne wiederum in die Fürsorge investiert werden. Das Spektrum der Hilfe war dabei weit gefasst und resultierte aus den theologischen Caritas-Vorstellungen der Werke der Barmherzigkeit. …

Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 7/2015.

PD Dr. Sebastian Schmidt

Anzeige

Anzeige

DAMALS | Aktuelles Heft

Bildband DAMALS Galerie

Anzeige

Wissenschaftslexikon

Na|tur|spiel  〈n. 11〉 1 auffallende, an andersartige Gegenstände erinnernde Bildung, z. B. Eisblumen 2 abnorme Bildung, Missbildung ... mehr

Be|de|ckung  〈f. 20〉 I 〈unz.〉 das Bedecken II 〈zählb.〉 1 Gegenstand zum Bedecken, Decke, Tuch, Brett, Deckel usw. ... mehr

se|rös  〈Adj.; Med.〉 Blutserum enthaltend, ihm ähnlich, serumartig

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige