Die Handwerkersiedlung Deir el-Medine in Ägypten Arbeiten am Rand des Jenseits - wissenschaft.de
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Die Handwerkersiedlung Deir el-Medine in Ägypten

Arbeiten am Rand des Jenseits

In Deir el-Medine bei Theben lebten einst die Handwerker, die die Gräber im Tal der Könige bauten. Wie an keiner anderen archäologischen Stätte Ägyptens eröffnen sich dort Einblicke in das alltägliche Leben der Menschen zur Zeit des Neuen Reichs (um 1550 –1070 v. Chr.).

Deir el-Medine liegt am westlichen Nilufer von Theben, in einem Tal hinter dem Hügel Qurnet Murai direkt am Fuß des Westgebirges, unweit des Tals der Könige und des vom Nil bewässerten Ackerlands. Hier waren die Handwerker zu Hause, die mit der Ausschachtung und Gestaltung der königlichen Grabanlagen betraut waren. Ihr Leben, ihr Alltag, ihre Familien, ihr Besitz und sogar ihre Gedanken werden uns durch eine große Anzahl an Texten, Bildern und archäologischen Artefakten nähergebracht. Die Faszination, ein altägyptisches Dorf bis ins Detail zu kennen, birgt jedoch auch die Gefahr, die Kenntnis auf die gesamte altägyptische Gesellschaft zu übertragen. Wie weit das möglich ist, ist sehr umstritten. Es mangelt schlicht an vergleichbaren archäologischen Stätten. Daher lässt sich nur schwer beurteilen, ob Deir el-Medine ein Sonderfall ist oder das Alltagsleben im Neuen Reich repräsentiert.

Der heutige Name des Ortes bedeutet so viel wie „Kloster der Stadt“ und ist auf ein Kloster zurückzuführen, das hier in koptischer Zeit in einem Hathor-Tempel errichtet wurde. Mit Reisenden und Schatzjägern kamen erste Objekte aus der Siedlung in die europäischen Museen. Aber erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts erkannte man das Potential und die Bedeutung für die Forschung. Der französische Archäologe Gaston Maspero, der in Sammlungen immer wieder auf Texte und Objekte aus der Siedlung gestoßen war, begriff bald, dass der Ort Chancen für Funde bot, die so kein zweites Mal im Niltal zu machen waren. Maspero und sein italienischer Kollege Ernesto Schiaparelli waren die Ersten, die in Deir el-Medine Ausgrabungen durchführten. 1886 fand Maspero das intakte Grab des Sennedjem, eines Arbeiters aus Deir el-Medine, der zur Zeit Ramses’ II. lebte. Schiaparelli, der bei Maspero studiert hatte, fand 1906 das intakte Grab des Architekten Kha, eine kleine Sensation. Die Beigaben sind heute komplett im Archäologischen Museum Turin zu sehen. …

Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 09/2014.

Dr. Gregor Neunert

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