Es geschah vor 60 Jahren: Zulassung der Antibabypille Auftakt zur sexuellen Revolution - wissenschaft.de
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Es geschah vor 60 Jahren: Zulassung der Antibabypille

Auftakt zur sexuellen Revolution

In den USA gab es seit dem 23. Juni 1960 erstmals ein Medikament zu kaufen, das offiziell der Empfängnisverhütung diente. Die „Pille“ wurde bald weltweit zum Symbol für die sexuelle Selbstbestimmung der Frau. Die vorangegangene Forschung für das Mittel war allerdings nicht zuletzt von dem Gedanken getrieben worden, ärmeren Frauen in den expandierenden Großstädten eine wirksame Geburtenkontrolle zu ermöglichen.

Die Leser der „New York Times“ mussten sich in der Ausgabe vom 10. Mai 1960 bis zur Seite 75 vorkämpfen, bevor ihnen – vielleicht – ein nur 136 Wörter langer Text ins Auge fiel. „U. S. lassen Pille zur Geburtenkontrolle zu“, verkündete die spärliche Überschrift der Meldung. Danach hatte am Tag zuvor die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) dem Präparat „Enovid“ die Zulassung zur Ovulationshemmung (Verhinderung des Eisprungs) erteilt. Damit existierte erstmals offiziell ein Medikament, das auf pharmakologischem Weg eine Schwangerschaft verhinderte.

Das zunächst bescheidene Presseecho mag an dem begrenzten Neuigkeitsgrad gelegen haben. „Enovid“ war nämlich drei Jahre zuvor schon einmal zugelassen worden, und zwar als Medikament gegen Menstruationsbeschwerden und -komplikationen. Dass es quasi als Nebeneffekt bei regelmäßiger, das heißt täglicher Einnahme eine Schwangerschaft verhinderte, war immerhin so bekannt, dass sich eine halbe Million Amerikanerinnen das Mittel hatten verschreiben lassen.

Und dennoch: Die neuerliche Zulassung des Medikaments war eine Zäsur von gesellschafts- und welthistorischer Bedeutung: Seit dem 23. Juni 1960, als „Enovid“ mit der neuen Indikationsstellung in die Apotheken und Drugstores der USA kam, stand erstmals eine zuverlässige und ausschließlich von Frauen angewandte Methode der Empfängnisverhütung zur Verfügung…


Autor: Dr. Dr. Ronald D. Gerste

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in DAMALS 06/2020

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