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Schweizerische Flüchtlingspolitik 1933 bis 1945

Beschränkt aufnahmebereit

Die Flüchtlingspolitik der Schweiz war in den Jahren von 1933 bis 1945 eher restriktiv. Angst vor einer zu hohen Zahl von Asylsuchenden, aber auch antisemitische Motive spielten dabei eine Rolle. Im August 1942 wurden die Grenzen für wegen ihrer Rasse Verfolgte ganz geschlossen – für viele Juden ein Todesurteil.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland musste den Verantwortlichen in der Schweiz klar sein, dass ihr Land – wie schon früher – bald zu einem Ort werden würde, an dem zahlreiche Menschen für kürzere oder längere Zeit Asyl suchten. Das als „Tradition“ verstandene Asylrecht, das aber kein Recht der Asylsuchenden, sondern ein Recht auf souveräne Asylerteilung durch den Staat meinte, wurde seit 1933 tatsächlich vermehrt in Anspruch genommen, von Anfang an und zunehmend von jüdischen Flüchtlingen, in den ersten Jahren aber auch von politisch Verfolgten wie Kommunisten und Sozialisten (worunter auch Juden waren, die sich einer doppelten Verfolgung ausgesetzt sahen). Diese Emigranten waren von schweizerischer Seite mit mehreren Vorbehalten konfrontiert: Als Linke wurden sie oft als „asylunwürdig“ eingestuft und, wenn sie sich verbotenerweise politisch betätigten, wieder ausgewiesen. Der Aufenthalt wurde im Prinzip als „Transitasyl“ verstanden und darum zeitlich begrenzt. Selbstverständlich bestand ein Arbeitsverbot, weil man Konkurrenz auf dem Erwerbsmarkt vermeiden wollte.

Die Zahl der anerkannten politischen Flüchtlinge war viel geringer, als man sich mit Blick auf die Gesamtsitua‧tion vorstellt. Sie schwankte 1933 bis 1938 zwischen 116 und 126 pro Jahr. Viele dürften sich aber unregistriert, also illegal, in der Schweiz aufgehalten haben. Wesentlich größer, doch aus heutiger Sicht nicht sehr hoch, war die Zahl der jüdischen Flüchtlinge: Ende 1933 lebten insgesamt rund 2500 registrierte Flüchtlinge in der Schweiz, davon etwa 2100 Juden. Im Herbst 1938 bezeichnete ein rechtsnationaler Verband die vermutete Anwesenheit von 4000 bis 5000 Flüchtlingen dennoch als eine „Überschwemmung“, die eine große Gefahr für das Land bedeute. Er hatte dabei nicht nur die Arbeitsproblematik vor Augen, sondern die angebliche Tatsache, dass diese „Elemente“ für den Zeitraum mehrerer Generationen nicht assimilierbar und außerdem häufig konspirativ tätig seien. …

Den vollständigen Artikel lesen Sie in DAMALS 2/2016.

Prof. Dr. Georg Kreis

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